(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Vinyl-Freude“. Hier geht es zum erklärenden Beitrag „Vinyl-Freude“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Im vorherigen Beitrag „Lila“ habe ich „Die Rote“ bereits erwähnt (übrigens ist das korrekt geschrieben, siehe dazu meinen Beitrag „Mischfarben“, in dem es um die Schreibweise von Farben geht).
Was hat es nun aber mit dieser Roten auf sich? Neulich war bei uns im Quartier Flohmarkt. Das ist immer eine große Sache. Alle, die mitmachen möchten, melden sich bei der Organisatorin und bezahlen einen kleinen Beitrag. Dann können sie am besagten Termin einfach vor ihrem Haus einen Stand aufbauen. Die Organisatorin rührt dazu kräftig die Werbetrommel und produziert Handzettel, auf denen alle Stände eingezeichnet sind. Bereits vor dem Start um 10 Uhr herrscht dann in unserem Quartier reger Verkehr: die Straße ist zugeparkt und es wimmelt nur so von Kauffreudigen, egal ob ganze Familien, (ältere) Münzsammler oder einfach Neugierige – es ist was los! Ich bin eigentlich nicht so der Flohmarkt-Typ, aber als ich aus dem Fenster sehe, dass der Nachbar gegenüber zwei Kisten mit Schallplatten an seinen Stand schleppt, ist mein Interesse geweckt, denn so wie ich ihn einschätze, könnte da durchaus etwas nach unserem Geschmack dabei sein! Und ich werde nicht enttäuscht. Mehr als zehn Alben trage ich über die Straße zurück zu unserem Haus und freue mich über den guten Kauf.
Doch die Freude wird noch größer! Als mein Mann am Nachmittag an die Schallplatten-Waschmaschine steht (mehr zu diesem Gerät im Beitrag „Kaltgerätekabel“), um die ganzen Flohmarkt-Funde zu reinigen, bevor sie auf unseren (teuren) Plattenspieler gelegt werden, ist die Überraschung groß, als er aus einer Hülle eine knallrote Schallplatte hervorzieht! Ich habe die Platten vor dem Kauf gar nicht angeschaut, deshalb war mir gar nicht bewusst, dass ich da eine weitere bunte Platte für meine „Sammlung“ eingekauft habe! Das Album mit dem Titel „Wonderland“ ist eine Zusammenstellung von Songs, die ich mehr oder weniger kenne, ich habe es mehr auf „gut Glück“ mitgenommen, als dass ich danach gesucht hätte. Interessanterweise entdecke ich beim genaueren Hinsehen auf der Vorderseite das Logo der Sparkasse – und ich erinnere mich daran, dass wir bereits eine Sparkassen-Schallplatte haben: beim Album „Sunny Hits“ ist lustigerweise die Hülle rot, die Platte aber ganz normal schwarz. Woher wir diese haben, wissen wir nicht mehr, sie könnte sich vielleicht in der (kleinen) Sammlung meines Mannes versteckt haben. Mein Mann vermutet jedenfalls, dass es die Platten mal als Belohnung für besonders fleißiges Sparen gegeben haben könnte. Nachvollziehen lässt sich das nicht (mehr), aber das ist auch egal.
Beide Sampler haben ihre ganz eigene Mischung von Songs:
Die „Sunny Hits“ sind schätzungsweise so aus den 80er-Jahren, alles eher entspannte, aber eindeutige Party-Lieder. Wer würde bei „Hands Up“, „One Way Ticket“ oder „Sunshine Reggae“ nicht gleich mittanzen wollen? Ansonsten gibt sich die Platte ganz schnörkellos, auf dem roten Cover ist ein rot-weiß-gestreifter Liegestuhl, daneben ein Longdrink-Glas mit Strohhalm und Orangenscheibe zu sehen, auf der Rückseite dasselbe plus die Titelliste.
Ganz anders das Album „Wonderland“: auf dem orange umrandeten Cover eine Reiterin auf einem geflügelten Pferd, die gerade über Bäume und Berge in den Sonnenuntergang „fliegen“. Auf der Rückseite die Titelliste, welche aber in einem ausführlichen, wirklich lesenswerten und interessanten Text erklärt wird inklusive erklärender Einleitung. Neben The Steve Miller Band, Barclay James Harvest und Status Quo (auf der ersten Seite) sind auch Eric Clapton und Saga (auf der zweiten Seite) vertreten. Die Songs sind eine interessante Mischung aus sehr bekannten Stücken von sehr bekannten Bands, dazwischen aber auch mal von einer bekannten Band einen eher unbekannteren Song – manchmal „muss“ man sich dazu einfach bewegen… oder wenigstens mitsingen!
Schon erstaunlich, was es früher alles gab! Welche Bank verschenkt denn heute noch Schallplatten?! Erstaunlich auch, was von diesen „Schätzen“ irgendwann aus einem (staubigen) Keller wieder den Weg ans Tageslicht findet!
Bei uns haben die beiden Platten – auf ihre Art beide rot, bei der einen die Hülle, bei der anderen die Schallplatte an sich – jedenfalls ihren Platz im Regal gefunden (bei den Samplern) und wir werden sie bestimmt immer mal wieder auflegen (und uns dann fragen, woher wir jetzt denn eigentlich die „Sunny Hits“ her haben…).
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