(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Neben dem Wort „Wärmflasche“ (siehe dazu den Beitrag „Bettwärme“) habe ich auch immer so meine Schwierigkeiten mit dem Wort „Schlafanzug“ – wobei Schwierigkeiten nicht das richtige Wort ist, eher finde ich das Wort „Schlafanzug“ ganz einfach seltsam. Ein Anzug ist für mich etwas schickes oder geschäftsmäßiges: ich habe zum Beispiel früher im Büro Anzüge getragen und mein Mann hatte an unserer Hochzeit einen wirklich schicken Anzug an (das war aber glaub auch das einzige Mal, dass ich ihn im Anzug gesehen habe – außer eben im Schlafanzug!). Warum ich das so seltsam finde? Ich sage eben einfach „Pyjama“, schon immer. Bei uns zuhause hat niemand einen Schlafanzug getragen und so ziehe ich meinen Mann immer damit auf, dass das doch kein Anzug sei, was er da des nachts im Bett trägt… er meint dann nur, er würde sich das ja anziehen, also sei das doch ein Anzug.
Ich möchte es jetzt aber mal genauer wissen – das ist ja auch etwas für diese Serie hier – und gehe deshalb der Sache nach:
„Das Bedeutungswörterbuch“ (Duden, Band ) verweist beim Wort „Pyjama“ auf das Wort „Schlafanzug“. Dort steht: „(aus Jacke und Hose bestehendes) Wäschestück, das im Bett getragen wird“ – mit dem Zusatz sinnverwandt: „Pyjama“. Was bedeutet das jetzt?
Wikipedia verwendet die Begriffe synonym. Auch bei der direkten Suche bei Wikipedia mit dem Schlagwort „Schlafanzug“ lande ich wieder auf der Seite „Pyjama“ (zuletzt abgerufen am 5. Mai 2025).
Der Wäschehersteller „Schiesser“ ist da genauer:
„Wie genau unterscheidet man einen Pyjama von einem Schlafanzug? Es gibt diverse Interpretationen zu diesem Thema, doch in der Regel bezeichnet man einen Zweiteiler als Pyjama, wenn das Oberteil eine durchgehende Knopfleiste hat. Durchgehend ist hierbei entscheidet, denn Kenner wissen: Es gibt durchaus auch Schlafanzüge mit Knopfleiste – doch ist diese meist nur kurz und mit einem Serafino-Kragen versehen. Man könnte also auch sagen: Sobald Sie das Oberteil über den Kopf ziehen müssen, handelt es sich um einen Schlafanzug. Können Sie es aufknöpfen und wie ein Oberhemd anziehen, dann dürfen Sie sich zu einem Pyjama gratulieren.“ (www.schiesser.com, zuletzt abgerufen am 5. Mai 2025)
Nach dieser Beschreibung hätte also mein Mann recht… aber ich komme schließlich aus der Schweiz (auch wenn ich schon über zwanzig Jahre in Süddeutschland lebe) und da haben wir immer Pyjama gesagt! Ich suche also noch ein bisschen weiter…
Beim (Schweizer) Wäschehersteller „Calida“ (zuletzt abgerufen am 5. Mai 2025) werde ich fündig: hier gibt es nur Pyjamas, egal ob ich das Oberteil über den Kopf ziehen muss oder nicht. Jetzt kann ich wieder beruhigt (in meinem Pyjama!) schlafen… Gute Nacht!
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