(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Eine weitere Notiz auf meiner Liste (mehr dazu im Beitrag „Palindrom“) ist der (süd-)badische Ausdruck „nid schlächt“, der im alemannischen Dialekt seinen festen Platz hat.
Wenn hier im Markgräflerland jemand bei einer Weinprobe sagt, „mmh, dä Wii isch nid schlächt!“, dann braucht der Winzer nicht beleidigt sein, denn der Weintrinker hat den Wein soeben gelobt und für „sehr gut“ befunden…!
Oder ein anderes (schönes) Beispiel: Wenn die (auswärtigen) Gäste abends den Wirt in der Gaststube nach dem Wetter für den nächsten Tag fragen und dieser antwortet mit „S´wird nid schlächt“! Und die Gäste sich dann am nächsten Tag wundern, weil strahlender Sonnenschein herrscht und das bunte Laub der Weinreben unter einem tiefblauen Himmel leuchtet- so ist das Wetter, wenn es „nid schlächt“ ist?! Sie fragen sich dann vielleicht noch, wie das Wetter dann sein wird, wenn es einmal gut ist…?!
Woher diese Angewohnheit zur subtilen Untertreibung kommt, weiß ich nicht. Ich verwende sie bewusst nicht, weil ich finde, man darf die Sachen ruhig beim Namen nennen, also etwas (sehr) gut, aber auch (sehr) schlecht finden.
Wer sich jetzt vielleicht fragt, warum ich diesen Beitrag schreibe, obwohl ich den Ausdruck nicht verwende (und ihn auch nicht gut finde): vielleicht macht ihr ja mal Urlaub hier im schönen Markgräflerland und dann wäre es „nid schlächt“, wenn ihr diesen Ausdruck kennen würdet, oder?
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Ein Gedanke zu „Nid schlächt“