(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Eigentlich soll das ja ein Beitrag in der Serie „Sprache“ werden, doch auf der Suche nach einem passenden Titel für diesen Beitrag ist mir grad diese Redewendung – „da haben wir den Salat“ – in den Sinn gekommen. Ich weiß gar nicht mehr, ob ich diese schon mal in einem der Beiträge der Serie „Redewendungen“ (hier geht es zum ersten Beitrag „Was macht der Storch im Salat?“ und zur Übersichtsseite) erklärt habe, deshalb möchte ich hier kurz darauf eingehen: Salat wird hier im Sinne von Durcheinander, Wirrwarr, Unordnung gebraucht (Duden Band 11, Redewendungen, S. 640).
Und es ist ja schon ein bisschen ein Durcheinander, wenn es bei uns in der Region in fast jedem Ort einen anderen Namen für den – im Hochdeutsch Feldsalat genannten – Salat gibt! Ich sage Nüssli(salat), mein Mann auch. Eine ehemalige Nachbarin hat den Feldsalat „Lämmli“ genannt und als ich bei einem Vereinsessen, bei dem es Feldsalat gibt, in die Runde frage, kommen noch folgende Bezeichnungen zusammen: Sunnewirbeli, Rapunzel, Töchterlisalat. Auf Wikipedia (zuletzt abgerufen am 3. Feb. 2025) finde ich neben anderen noch folgende (allerliebsten) Bezeichnungen: Mäuseöhrchensalat oder Mausohrensalat, Ackersalat, Nüsschen oder Nüssler, Vogerlsalat und noch einige mehr.
Warum der Feldsalat allerdings so viele verschiedene Namen hat, habe ich nicht wirklich herausgefunden. Es wird wohl einfach an den verschiedenen Dialekten liegen, die sich im ländlichen Raum ja ebenfalls manchmal bereits von Ort zu Ort unterscheiden. Einige der Namen sind sicher auf sein Aussehen zurück zu führen (die Mäuseöhrchen!), bei den anderen ist das Herausfinden der Herkunft wahrscheinlich nicht so einfach. Gerade der Begriff „Lämmli“ kann ich irgendwie gar nicht zuordnen. Allerdings hat besagte Nachbarin, die den Feldsalat so genannt hat, auch immer gesagt, sie komme aus „Fällbrg“ – und hat damit „Feldberg“ gemeint (die Gemeinde im Markgräflerland, nicht den Berg im Schwarzwald). Aber wer hier mehr weiß als ich, kann das Wissen gerne in den Kommentaren teilen!
Übrigens gibt es bei uns auch immer ein „Durcheinander“, wenn es um Kartoffeln geht… ich kaufe (und koche) nämlich Härdöpfel (Erdäpfel), während mein Mann dafür Grumbiere (Grundbirnen) verwendet. Bekommt man also – wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht (mehr dazu im „Obstsalat“) – Kartoffeln?! Auch hier ist es jedenfalls so, dass die Begriffe in unterschiedlichen Regionen entstanden sind. Wer mehr dazu wissen will, die Gesellschaft für deutsche Sprache hat sich im folgenden Artikel damit beschäftigt: Kartoffel in der Mundart (zuletzt abgerufen am 3. Feb. 2025).
Besonders schwierig wird es dann bei Peperoni und Paprika: während in der Schweiz die großen Schoten als Peperoni bezeichnet werden, ist es in Deutschland genau umgekehrt: die große sind Paprika, die kleinen Peperoni… das hat zu Beginn unserer Beziehung einmal zu einer hitzigen Diskussion in der Küche geführt mit der Frage: wer hat Recht?! Ob wir damals im Internet danach gesucht haben, weiß ich nicht mehr, wahrscheinlich eher im Lexikon oder im Duden… Fakt ist: laut Duden ist Paprika die große Schote, Peperoni die kleine. Also fertig mit dem Durcheinander!
Zum Glück ist es ja eigentlich ganz egal, wie wir ein Gemüse nennen – Hauptsache, es schmeckt! In diesem Sinne: E Guete!
P.S. Ich werde mich in weiteren Beiträgen noch mit Wörtern in (verschiedenen) Dialekten beschäftigen… wer mag, kann bis dahin ja mal in meine Schwyzerdütsch-Beiträge „Schwyzerdütsch“ und „Und no meh Schwyzerdütsch“ reinhören oder den Beitrag „Was steckt im Dialekt?“ lesen.
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Je mehr Leute mit einem Ding (hier: Obst, Gemüse, Kräuter) was anfangen können, es nutzen, es schätzen, desto mehr Namen hat es, ganz nach dem Motto „liebe Kinder haben viele Namen“. Richtig und falsch kann man da unmöglich bestimmen. Wo hingegen eine Pflanze oder Frucht unbekannt ist, da hat sie auch im Dialekt keinen Namen.
Ein Beispiel: in England hat der Waldmeister mW keinen eigenen Namen, er wird „Galium odoratum“ genannt, was die botanische Bezeichnung ist.
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Vielen lieben Dank für diese interessante Erläuterung und Ergänzung meines Beitrags!
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