Umami

(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)

Im Alltag begegnen mir öfter (Mode-)Wörter, bei denen ich mich frage, was sie bedeuten und/oder woher sie kommen. (Manchmal frage ich mich auch, wer um Himmels willen sie erfunden hat…! Und manchmal finde ich sie einfach unsinnig.)

Umami gehört auf diese Liste mit – wie ich sie nenne – seltsamen Wörtern. Der Duden der deutschen Rechtschreibung führt dazu auf: japanisch, einen herzhaften Geschmack vermittelnd. Die Internet-Ausgabe des Dudens umschreibt umami mit „in einer Geschmacksrichtung liegend, die weder süß noch sauer, bitter oder salzig ist“ (www.duden.de, zuletzt abgerufen am 4. Feb. 2025) Dass der Begriff erst seit neuerem bei uns verwendet wird, scheint damit zu tun haben, dass diese – fünfte – Geschmacksrichtung zwar bereits 1908 von einem Japaner entdeckt wurde, aber erst vor ein paar Jahren haben Wissenschaftler dann herausgefunden, wie unsere Rezeptoren für umami aussehen und funktionieren. Der für das Schmecken von umami „verantwortliche“ Rezeptor scheint auf alle Lebensmittel mit L-Aminosäuren zu reagieren, weshalb es auch eine ganze Liste mit Lebensmittel gibt, die umami schmecken. Wer noch mehr ins Detail gehen möchte, hier geht es zum Artikel, den ich auch als Quelle verwendet habe: www.ugb.de (zuletzt abgerufen am 4. Feb. 2025). Ein sehr ausführlichen, aber auch sehr wissenschaftlichen Artikel – mir zu komplizierten Artikel – gibt es auch auf Wikipedia (zuletzt abgerufen am 4. Feb. 2025).

Wir bleiben grad noch in der Küche, da habe ich doch neulich auf der Packung der Frischhaltefolie folgende zwei Begriffe gelesen: Abreißsäge und Anfangsfinder. Beide Wörter habe ich bei einer Internet-Suche nur bei der Beschreibung der entsprechenden Frischhaltefolie gefunden und vermute deshalb, dass es sie gar nicht „wirklich“ gibt beziehungsweise von findigen Marketingleuten erfunden wurden, um den Kunden glauben zu lassen, dass er ein ganz besonders entwickeltes und durchdachtes Produkt gekauft hat…

Auch über den Begriff Kulturbeutel stolpere ich immer wieder (ich sage dazu Necessaire) – sind wir kultiviert, weil wir für den Urlaub Shampoo, Duschgel, Gesichtscreme und noch einiges mehr einpacken? Ich weiß nicht…

Ein weiteres Wort, das ich selber nicht verwende, da ich gar nicht weiß, was es wirklich bedeutet beziehungsweise wie es korrekt verwendet wird, ist: mitnichten. Ich habe nur eine Nichte, dann müsste ich ja „mitnichte/mit Nichte“ schreiben… aber Spaß beiseite, es interessiert mich ja selber, woher solche Wörter kommen und wie sie (am besten) verwendet werden! Mit (m)einer Nichte hat es jedenfalls nichts zu tun… für einmal ziehe ich nicht den Duden, sondern Wikipedia zu Rate: mitnichten ist ein Adverb und bedeutet (veraltend, gehoben) auf keinen Fall, in keiner Weise. Synonyme sind: ganz und gar nicht, keineswegs, nicht. Gegenteile sind durchaus, natürlich, sicher. (de.wiktionary.org, zuletzt abgerufen am 4. Feb. 2025).

Um diesen Beitrag nicht allzu lang werden zu lassen – es hätte noch einige Wörter mehr auf meiner Liste der seltsamen Wörter – greife ich jetzt nur noch eines heraus, ein äußert beliebtes Wort, das gerne benutzt wird und bei dem ich mich jedes Mal frage, warum sich niemand dazu Gedanken macht: Work-Life-Balance. Ich weiß natürlich, was damit gemeint ist und welchen Zustand wir alle anstreben: ein ausgewogenes Verhältnis zwischen beruflichen Anforderungen und privaten Bedürfnissen (www.duden.de, zuletzt abgerufen am 4. Feb. 2025) – aber ganz ehrlich, wenn ich mir das Wort genau anschaue, dann heißt es doch: ein ausgewogenes Verhältnis (Balance) zwischen Arbeit (Work) und Leben (Life), oder nicht?! Was ja bedeuten wurde, dass ich nicht lebe, wenn ich arbeite – oder umgekehrt: wenn ich lebe, dann arbeite ich nicht… sind wir bei der Arbeit also alles Geister? Und darf ich nur ein paar (wenige) Stunden am Tag leben? Das kann ja wohl nicht gemeint sein! Ich weiß, wir übernehmen einiges (unsinniges) aus dem Englischen und glauben dann, das wäre moderner (oder aussagekräftiger) als ein deutsches Wort oder ein deutscher Begriff – aber ganz ehrlich, damit sind wir manchmal wirklich auf dem falschen Dampfer! Stichwort: Handy für mobiles Telefon. In Großbritannien heißt das „mobile (phone)“ und in den USA „celll/cellular phone“ – da können wir also mit unserem Handy ganz ordentlich ins Fettnäpfchen treten – oder baden gehen, um beim Bild des (falschen) Dampfers zu bleiben…

Aber zurück zur Arbeit und dem Leben: ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich möchte in erster Linie Spaß am Arbeiten haben und mich über meine Erfolge freuen können – und das Leben nicht auf nach-der-Arbeit verschieben! In diesem Sinne wünsche ich Euch viel Spaß – beim Leben, beim Arbeiten oder was ihr sonst gerade macht…!

P.S. Die Rechtschreibprüfung von Word kennt das Wort umami übrigens nicht…!

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