Schmackofatz

(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)

Auch wenn ich vergangene Woche die neue Serie „Vinyl-Freude“ gestartet habe (und immer noch große Freude daran habe), so habe ich mir doch für das neue Jahr vorgenommen, mich wieder vermehrt auch meinen anderen Lieblingsthemen zu widmen. Deshalb gibt es heute wieder einmal einen Beitrag in der Serie „Sprache“. Da der Beitrag mit Weihnachten zu tun hat, habe ich erst gedacht, das passt ja gar nicht mehr – da würde ich ja daher kommen wie die alte Fasnacht (diese Redewendung erkläre ich übrigens im Beitrag „Warum die Fasnacht alt sein kann“) – aber dann habe ich mich daran erinnert, dass meine Tante ihre Krippe immer bis Februar stehen hatte und als ich sie einmal darauf angesprochen habe, hat sie gemeint, die Weihnachtszeit dauere doch bis Mariä Lichtmess am 2. Februar. Na, dann bin ich ja noch gut in der Zeit…!

Aber jetzt zum ersten Wort, das ich – eben an Weihnachten – neu kennen gelernt habe. Mein Mann hat wie jedes Jahr ein Buch von mir geschenkt bekommen, eingepackt in dunkelgrünes Packpapier. Statt mit einem Geschenkband habe ich das Päckchen mit drei (verschieden großen) Marzipanbroten verziert, die in rotes Papier eingewickelt sind. Als mein Mann die drei Marzipanbrote entdeckt, ruft er: „Mmh! Schmackofatz!“ Wie bitte? Schmackofatz! Das soll ein „richtiges“ Wort sein!? Tatsächlich: Der Duden schreibt dazu auf www.duden.de (abgerufen am 13. Jan. 2025): landschaftlich umgangssprachlich für sehr wohlschmeckende Speise; Leckerei. (Da ich leider vergessen habe, das Päckchen mit der Dekoration zu fotografieren, ist auf dem Beitragsbild etwas anderes Leckeres zu sehen… auch wenn jetzt vielleicht nicht gerade Saison für Eisbecher ist…!).

Und wenn ich jetzt schon bei Weihnachten bin, nehme ich hier gleich noch die Wörter mit dazu, die ich schon vor einer Weile unter dem Titel „Kuriose Weihnachtswörter“ notiert habe (ich habe auch noch eine Liste mit seltsamen Wörtern). Mit „Kuriose Weihnachtswörter“ meine ich Wörter, die ich bis dahin noch nicht gekannt habe und die ich irgendwie seltsam finde, zum Beispiel dieses: vor Weihnachten hat mir eine Nachbarin erzählt, dass es beim Seniorennachmittag immer einen Krabbelsack gäbe… sie meint damit folgendes: jede/jeder bringt ein kleines Geschenk mit, diese kommen alle in einen Sack, dann darf wieder jede/jeder ein Päckchen aus dem Sack nehmen.

Oder dieses: auf der Suche nach Glühwein stoßen wir bei einem Etikett auf den Begriff „Winter Glühwein“ – ich frage mich da natürlich gleich, ob es auch „Sommer Glühwein“ gibt…?! Also ehrlich gesagt kann ich mir das nicht vorstellen! Aber wer weiß, vielleicht habe ich hier einfach nur einen Trend verpasst…

Womit ich auch immer ein bisschen Probleme habe, ist der Begriff „Zweiter Weihnachtsfeiertag“ für den 26. Dezember. In der Schweiz, wo ich aufgewachsen bin, haben wir den 26. Dezember Stephanstag genannt – das finde ich viel klarer, denn bei „Zweiter Weihnachtsfeiertag“ denke ich zuerst immer an den 25. Dezember… und das stimmt ja nicht! interessanterweise sagt mein Mann auch Stephanstag, obwohl in Deutschland der Begriff „Zweiter Weihnachtsfeiertag“ üblich ist.

Ebenfalls eine weihnachtliche Kuriosität ist sicher auch die Liedzeile „Oh Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter“. Ich erinnere mich jedenfalls noch gut daran, dass der jüngere meiner beiden Brüder immer hartnäckig „wie grün sind deine Nadeln“ gesungen hat – sehr zum Entsetzen anderer Familienmitglieder, die das gar nicht lustig und passend fanden…! (Übrigens ist die Bezeichung Blätter beim Tannenbaum botanisch durchaus korrekt, wie meine Internet-Recherche ergeben hat: Nadeln „funktionieren“ wie Blätter – der Baum betreibt über die Nadeln Photosynthese – sie sehen einfach anders aus. Uff, dann können wir ja die Kirche im Dorf lassen – diese Redewendung erkläre ich übrigens am Ende des Beitrags „Na servus“).

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10 Gedanken zu „Schmackofatz“

  1. Marzipan – immer schmackofatzalisch, oder heißt es schmackofatzisch? Ich verwende das Wort gelegentlich, aber irgendwie habe ich dabei immer so etwas wie die Daltons oder die Bewohner aus Entenhausen, also eine Comicwelt im Hinterkopf … Keine Ahnung, was das eine (lecker) mit dem anderen (lustig) zu tun hat 😊

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    1. Das ist ja lustig mit den Comics! 🙂 Ich verwende das Wort gar nicht und weiß daher auch nicht, ob es ein Adjektiv dazu gibt. Im Internet habe ich auf die Schnelle auch nichts gefunden, aber dafür die Herkunft des Wortes: es kommt vom polnischen Verb smakować = schmecken. Interessant! Lass Dir das Marzipan schmecken 😉 ich selber mag es gar nicht, mein Mann dafür umso mehr…! 🙂

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      1. dann schmeckt mir Marzipan schmeckend oder auf gut Deutsch: es tut mir gut schmecken? Danke, dass du die Herleitung gleich nachgesehen hast. So etwas ist immer spannend

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  2. „Schmackofatz“ kommt auch in dem Film vor: „Als die Frauen noch Schwänze hatten“, der in der Steinzeit spielt und den ich während meiner Jugendzeit mit einigen Freunden im Kino sah. Nadeln waren ursprünglich Blätter, die sich aber im Laufe der Evolution einrollten. Vinyl ist absolut mein Ding. Ich bin Schallplattenfan: Wärmer, natürlicher und dynamischer als CDs.

    Gruß Sven 🙂

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    1. Den Film kenne ich nicht… und ja, dass mit den Nadeln/Blättern ist genauso. Die Dornen (und nicht Stacheln!) der Kakteen sind ebenfalls „umgewandelte“ Blätter… aber dazu schreibe ich dann mal mehr in einem Beitrag in meiner Serie „Sprache“. 🙂

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