Vinyl-Freude

(Dies ist der erste erklärende Beitrag zur neuen Serie „Vinyl-Freude“. Wer meine Serien hier im Blog noch nicht kennt: hier geht es zur Übersichtsseite aller Serien und Beiträge.)

Heute, am 8. Januar 2025, wäre Elvis Presley 90 Jahre alt geworden (und meine Tante 87 – ihr habe ich übrigens die Serie „Sprache“ hier im Blog gewidmet). Dass die beiden am selben Tag Geburtstag haben und dann auch noch fast gleich alt sind, habe ich erst vor ein paar Tagen herausgefunden, als ich im Internet nach Informationen zur deutschen „Elvis Presley-Stadt“ Bad Nauheim – da hat der King of Rock´n´Roll während seines Militärdienstes in Deutschland gelebt – gesucht habe.

Bis vor ein paar Monaten habe ich nicht viel über Elvis Presley gewusst: ich kannte seinen Namen, dass er aus den USA stammte und King of Rock´n´Roll genannt wird, auch ein paar seiner Songs waren mir geläufig und ich wusste auch, dass er einmal in Deutschland Militärdienst geleistet hatte – und dass er (viel) zu früh starb… aber das war´s dann in etwa auch schon.

Das hat sich inzwischen allerdings geändert – und das kam so: nachdem bei uns nach und nach alle Musikgeräte trotz Reparaturen ihren Geist aufgaben – erst hat der Streamer nicht mehr funktioniert, dann die Fernbedienung des CD-Players und als ich zu guter Letzt dann eine (von meinen zwei) Schallplatten anhören wollte, ging gar nichts mehr… und ich beschloss, dass es jetzt aber wirklich Zeit für eine „gscheite“ Anlage war! Da sich ein Kollege von uns vor einem guten Jahr mit einem Hi-Fi-Geschäft selbständig gemacht hatte (www.schwarzwaldhifi.de), ließen wir uns von ihm beraten und ein Angebot erstellen – und mehr aus einer Laune heraus beschlossen wir, dass auch ein „guter“ Plattenspieler bei der Anlage dabei sein sollte. Als wir zum Probehören zu ihm ins Studio fuhren, hatte er den angebotenen Plattenspieler aufgebaut. Aber als ich im Studio die anderen Plattenspieler verschiedener Marken gesehen habe, ist mir einer sofort ins Auge gesprungen und ich wusste, denn will ich haben… tja, und so kam es, dass wir nun eine wirklich tolle Stereoanlage im Wohnzimmer stehen haben und einen echt coolen Plattenspieler – und uns seitdem abends öfters mal einfach aufs Sofa setzen und uns eine Platte (oder auch zwei…) anhören…

Dabei habe ich in der (kleinen) Schallplattensammlung meines Mannes zwei Elvis-Live-Alben gefunden – und da die Auswahl an Schallplatten in seiner Sammlung, die mir auch gefallen, eher klein war, habe ich diese aufgelegt, obwohl ich kein Fan von Live-Aufnahmen bin. (Allerdings gab meine „Schallplattensammlung“ bis dahin fast gar nichts her, denn sie bestand nur aus zwei Platten: dem Thriller-Album von Michael Jackson und einer Nena-Schallplatte vom Flohmarkt, da ich mit CDs „aufgewachsen“ bin und so gar keine Schallplattensammlung angelegt hatte.)

Und so wurde Elvis quasi zum ersten gemeinsamen Hör-Erlebnis – und ich meine wirklich Hör-Erlebnis, denn mit unserem Plattenspieler von Music Hall und sauberen (!) Schallplatten hört sich das an wie CD und doch irgendwie anders – besser… authentischer… es ist einfach ein ganz anderes Klang-Erlebnis. Es ist auch eine Art wohltuende Entschleunigung: während ich beim Streamen und CD hören meist rumzappe und mir mal dieses, mal jenes Stück anhöre oder die Musik einfach im Hintergrund dudeln lasse, geht das beim Plattenspieler schlichtweg nicht. Es ist einfach ein ganz anderes Ritual und schon allein das sorgt für Entschleunigung: Zuerst wird die Anlage eingeschaltet, dann eine Schallplatte im Regal ausgelesen. Jetzt die Platte sorgfältig aus der Hülle ziehen, dann die Platte auf den Plattenteller legen, den Tonarm positionieren und dann den Hebel umlegen, damit sich der Tonarm absenkt. Erst dann beginnt die Musik… und dann hören wir uns einfach die ganze Seite der Schallplatte an, meist ohne nebenher irgendetwas anderes zu tun. Danach heißt es wieder aufstehen, den Tonarm wieder von der Platte nehmen und – je nach dem – die Platte umdrehen oder etwas Anderes auflegen. Danach wird die Platte wieder sorgfältig in die Hülle geschoben und am richtigen Ort im Regal (wir haben die Platten nach Interpreten sortiert) eingeräumt. Es ist einfach ein anderes Musik hören…

Seitdem sind wir „angefressen“ von Vinyl. Das zeigt sich auch an unserer schnell wachsenden Plattensammlung: nach zwei besuchten Schallplattenbörsen, einem ausgiebigen Einkauf in einem Plattenladen im Urlaub und ein paar wenigen (Neu-)Bestellungen im Internet wird der Platz im bisherigen Bücherregal bereits langsam knapp. Inzwischen haben wir neben den zwei Live-Alben von Elvis noch zwei weitere Alben, eines mit 20 Hits, das andere sogar ein Doppelalbum mit 40 Hits. Und so kam es, dass ich begann, mich für Elvis Presley zu interessieren (wir werden deshalb sogar im Frühjahr Bad Nauheim besuchen) und die Idee hatte, neben meiner Serie über Bücher (hier geht es zum ersten Beitrag der Serie: Noch mehr berührende Bücher) eine weitere Serie hier im Blog zu starten und ab heute auch über (hörenswerte) Schallplatten zu schreiben. Die Serie wird wie dieser Beitrag heißen: Vinyl-Freude. Alle Beiträge sind dann wie immer auf der Übersichtsseite der Serien verlinkt.

Ich wünsche Euch schon jetzt ganz viel Freude damit – und freue mich schon jetzt aufs Schreiben…! Hier spielt die Musik…

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58 Gedanken zu „Vinyl-Freude“

    1. Ich hab den Thorens TD 1500. Aber erst vor drei Monaten bestellt. Vorher hatte ich einen Onkyo CP 1050.

      Bevor ich den Tonarm auf die bereits sich drehende Platte setze, lass ich immer eine Kohlefaser-Reinigungsbürste drei Umdrehungen auf der Platte mitlaufen (einfach auf die Platte aufsetzen, ohne zu drücken) und fahre mit einer Nadelreinigungsbürste vorsichtig von hinten nach vorne über den Diamanten. So hebt man eine Menge Staub ab, der den Klanggenuss mindert.

      Ziegenhaarbürsten oder Tücher sind nicht so effektiv.

      Ich hätte schon früher geantwortet, wenn ich dich nicht verloren hätte. Bin jetzt zufällig wieder auf dein Blog gestoßen und werde dich sicherheitshalber abonnieren.

      Gruß Sven

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      1. Hey, schön, dass Du wieder hier bist!

        Bei uns kommen alle Platten in die Waschmaschine, bevor sie auf den Plattenteller kommen… im Beitrag „Kaltgerätekabel‘ schreibe ich mehr dazu.

        Viele Grüße Nicole

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      2. Platten kann man mal waschen, aber bitte nicht vor jedem Abspielen, denn es wird der Dreck, der so tief sitzt, dass die Nadel nicht dran kommt nach oben gespült und das hat bei mir schon den Diamanten verklebt.

        Lieben Gruß, Sven

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  1. PS: Platten ziehen auch durch statische Aufladung Staub an, deshalb benutze ich die Bürste und Plattenhüllen, die antistatisch ausgestattet sind durch ein Kunststofffutter .. Das wirst du alles beachten, aber ich sags lieber einmal mehr, als einmal zu wenig.

    Schließlich sollen die Vinylschätze lange überdauern.

    Schönen Abend, Sven

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  2. Der Plattenspieler, den du hast ist einfach himmlich. Hab ich mir mal bei meinem Dealer angehört. Dass er etwas straff im Bass ist, liegt am Magnetsystem. Mein Thorens bekommt von Haus aus auch das Ortofon Bronze. Ich verzichte lieber auf das letzte Quantum Tiefbass und hör dafür mehr Einzelheiten raus. Wir sind ja nicht mehr im Disko-Alter und guter Hipp-Hopp bringt den Bass auf der Platte mit. Rabenschwarz aber ist der Bass auf jeden Fall und darauf kommt es an. Meistens haben die Boxen auch zuviel Bass, was der Player dann kompensiert. Ein wunderschönes Teil auf jeden Fall. Da hört das Auge mit jeder Platte mit. Hier wurde wohl ein guter Player von einer etabliert-bekannten Firma weiterentwickelt. Würd mich schon interessieren, was du noch zu deinem Equipment gehört. Ich besitze einen Denon Verstärker PMA-1600NE und den dazugehörigen CD-Player Denon DCD-1600NE und als Boxen die Heco Music Style 1000. Weil der Hype darum so groß war, hab ich mir noch als zweites Boxenpaar die Magnat Transpuls 1000 angeschafft. Dann hab ich noch einen Techniks Cassettendeck, das ich auf der Entrümplung gefunden habe und das noch voll funktioniert. Über hundert Cassetten hab ich mal auf der Straße gefunden, die jemand zum Mitnehmen rausgestellt hatte. Und wie gesagt der Thorens TD 1500 mit dem entkoppelten Schwingchassis ist mein ganzer Stolz. Hat mich auch stolze 2000 Euronen gekostet .. Gruß Sven

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    1. Ich habe bei meinem Plattenspieler noch das Moving Coil-System mit der Goldring Eroica Nadel drauf bekommen, das ist heute nicht mehr Standard-Ausstattung, war bei mir aber beim Kauf so. Macht auf jeden Fall einen Unterschied. Mir gefällt der Music Hall auch optisch total gut mit den zwei schwarzen Ebenen und dem freistehenden Motor. Ich muss gestehen, dass bei mir bei diesem Plattenspieler etwas passiert ist, was bei mir äußerst selten passiert: ich habe ihn gesehen und gewusst, den will ich haben… Liebe auf den ersten Blick 😉

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      1. Besser gehts zwar, aber da hört man dann keinen Unterschied mehr, höchstens messbar. Jepp, da hast du wirklich einen sehr guten Kauf getätigt. Und Riemenantrieb hat mein Thorens auch, sogar XLR-Ausgänge, aber die werde ich wohl niemals benutzen. Hast du ein bestimmtes Cinch-Kabel?

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      2. Bingo. Ich hab auch ein Supra-Kabel. Da hat das Massekabel wenigstens einen kleinen Kabelschuh und ist nicht blank wie das Oehlbach. Muss mal kucken, wie die Bezeinung ist. Ich hab den Kasten in der Garage. Hat so um die 130 Euro gekostet.

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      3. Meins auch. Aber ich hab jetzt gesehen, dass meins ein Jubiläumskabel war. 40 Jahre Supra-Kabel) Eigentlich nämlich hat die Firma nur ein Phono-Kabel, dafür mehrere Lautsprecherkabel.

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