Eigentlich wollte ich einen weiteren Beitrag zur Serie „Berührende Bücher“ schreiben (wer die Serie noch nicht kennt, hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Noch mehr berührende Bücher“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen).
Doch der Roman über die berühmte Künstler-Kolonie im dänischen Skagen im ausgehenden 19. Jahrhundert, den ich voll Freude gekauft habe und es kaum erwarten konnte, endlich die Zeit und Ruhe zu haben, um in diesen Künstler-Kosmos eintauchen zu können, hält leider in meinen Augen nicht, was er verspricht: denn anstatt der interessanten Lebens- und Liebesgeschichte des Maler-Ehepaars Krøyer und ihrer Künstlerfreunde in Skagen zu beschreiben, ist das Buch hauptsächlich fiktiv und gibt so zwar einen Einblick, wie es gewesen sein könnte, aber er bleibt mir damit zu wenig authentisch.
Da ich aber mit Skagen sehr bewegende Erinnerungen verbinde und sofort eine Idee hatte, welches Foto ich zur Illustration des geplanten Bücher-Beitrags nehmen könnte, habe ich beschlossen, einfach einen Beitrag über diesen besonderen Ort zu schreiben – wer weiß, vielleicht wird daraus ja eine neue Serie über besondere Orte?!
Das Foto zeigt die Spitze der Halbinsel Grenen – dort, wo sich die Nordsee (der Skagerrak) und die Ostsee (der Kattegat) treffen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, auf einer Landspitze zu stehen, an der zwei Meere aufeinandertreffen. Der Wind hat an unseren Haaren gezerrt und der Weg durch den knöcheltiefen Sand an die Landspitze war fast so beschwerlich wie unsere Radtour entlang der dänischen Nordseeküste von der deutschen Grenze bis nach Skagen, bei der sich einsame Dünenlandschaften mit weitläufigen Küstenwäldern abgewechselt haben. Nach der Einsamkeit dieser rauhen Landschaft war es an der Spitze von Grenen dann allerdings direkt voll von Menschen! Skagen war auf unserer Reise ein (der?) Höhepunkt, denn wir hatten bis dorthin bereits den kompletten Rhein von Basel bis zur Mündung in die Nordsee und danach die gesamte Nordseeküste von Holland über Deutschland bis Dänemark „abgeradelt“ (in mehreren Etappen).
Auch wenn ich mich damals noch nicht groß für Kunst interessiert habe, so kann ich doch gut nachvollziehen, dass sich dort im 19. Jahrhundert eine Künstler-Kolonie gebildet hat: das Licht und die Weite sind unvergleichlich und das Gefühl, ein bisschen am Ende der Welt zu sein, ist ebenfalls ganz besonders. Denn wie geht es nun weiter? Übers Meer weiter in Richtung Norden? Wieder südwärts entlang der Nordsee oder der Ostsee? Für uns ging es – nach einem Ruhetag – wieder nach Süden, diesmal der Ostsee entlang, die einen ausgeprägten Kontrast zur Nordseeküste bildet.
Wer mehr über die sogenannten Skagen-Maler erfahren möchte, hier gibt es weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Skagen-Maler. (abgerufen am 31. Juli 2024). Und wer sich doch für das Buch interessiert, es heißt „Die Frauen von Skagen“ von Stina Lund (erschienen 2022).
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Ein Gedanke zu „Ein besonderer Ort“