(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Berührende Bücher“. Hier geht es zum erklärenden Beitrag „Noch mehr berührende Bücher“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Für dieses Mal möchte ich – ausnahmsweise – nicht über ein besonderes Buch schreiben, sondern über die Orte, an denen ich diese Bücher aufstöbere.
Das eine sind natürlich Buchhandlungen. Nachdem ich ziemlich lange – mangels Buchhandlung in der Nähe – meine Bücher im Internet bestellt habe, bin ich nun wieder dazu übergegangen, meine Bücher in einer Buchhandlung zu kaufen (oder zu bestellen). Das hat nicht unbedingt damit zu tun, dass besagte Buchhandlung bei uns grad um die Ecke ist, sondern damit, dass ich es bewundernswert finde, wenn jemand heute eine Buchhandlung weiterführt, die sonst geschlossen hätte. So passiert in Kandern, einer Kleinstadt bei uns in der Nähe. Die Buchhändler gingen in Rente und haben doch tatsächlich einen Nachfolger für ihr kleines Geschäft gefunden! Inzwischen stöbern wir jedes Mal, wenn wir in Kandern sind – wir gehen dort nun auch in ein kleines, aber besonderes Optikergeschäft – in der BuchEule (ich habe die BuchEule auch schon im Beitrag „Ein lustiges Spiel“ erwähnt). Bisher haben wir noch jedes Mal etwas zum Lesen gefunden. Und wenn ich etwas bestellen möchte, mache ich das ebenfalls dort – ein bestelltes Buch kann ja schon am nächsten Tag abgeholt werden – und das ergibt schon wieder eine Gelegenheit zum Stöbern (und für einen kleinen Ausflug, denn Kandern fühlt sich für uns immer ein bisschen wie Ferien an – mehr dazu übrigens auch im Beitrag „Kunst-volle Ausflüge“).
Zum Glück liest mein Mann auch gerne und viel und deshalb ist es selbstverständlich, dass wir, wenn wir für einmal anderswo als in Kandern unterwegs sind und eine Buchhandlung entdecken, auf jeden Fall hineingehen. Und auch wenn wir eigentlich nur schauen wollen, so tragen wir dann doch meistens einen ganzen Stapel Bücher zur Kasse…! Überhaupt wird überall, wo es Bücher zu verkaufen oder zu verschenken gibt – sei das nun Kisten, die vor einem Haus stehen mit einem „Zu verschenken“-Schild daran, das Bücherregal in der Ferienwohnungen oder wo und was auch immer – wir schauen immer, ob wir etwas Lesenswertes finden.
Vor einer Weile habe ich – neben meiner Lieblingsbuchhandlung – aber noch etwas anderes entdeckt: wenn ich mal auf kurzem Weg oder ausserhalb der Öffnungszeiten etwas (gebrauchtes) zu lesen besorgen möchte, dann fahre ich in einen der umliegenden Orte zum Bücherschrank.
Was das ist? Wikipedia beschreibt das so: „Ein öffentlicher Bücherschrank, auch Bücherbox oder Bücherzelle, ist ein Schrank, eine ehemalige Telefonzelle oder eine kleine Hütte mit Büchern, der dazu dient, Bücher kostenlos, anonym und ohne Formalitäten zum Tausch oder zur Mitnahme anzubieten; zumeist im öffentlichen Raum.“ Mehr Informationen, unter anderem auch zur Entstehungsgeschichte, gibt es auf de.wikipedia.org (abgerufen am 3. Juni 2024).
Zwei Bücherschränke in unseren Nachbargemeinden wurden mit Unterstützung der Gemeinden vor den jeweiligen Rathäusern errichtet und werden von Ehrenamtlichen gepflegt. Immer wenn ich daran vorbeikomme, werfe ich einen Blick hinein. Manchmal nehme ich auch extra Bücher von zuhause mit, um sie in den Bücherschrank zu stellen. Ich finde es immer spannend zu beobachten, ob sie beim nächsten Besuch noch da sind oder nicht – bisher habe ich keines meiner Bücher wieder angetroffen. Das freut mich, denn es bedeutet, dass der Büchertausch auf diese Weise funktioniert. Ich finde es auch immer wieder interessant, welche Bücher ich dort entdecke – manchmal auch Bücher, die ich vielleicht nicht kaufen würde, weil ich mir nicht sicher bin, ob sie mir gefallen, aber wenn ich es kostenlos mitnehmen kann, kann ich es ja mal versuchen – und wenn es mir nicht gefällt, dann stelle ich es einfach wieder zurück in den Bücherschrank. So einfach geht das! (Wer mehr über die Bücherschränke in Binzen und Weil am Rhein/Märkt lesen möchte, die Badische Zeitung hat darüber berichtet: www.badische-zeitung.de/auch-binzen und www.badische-zeitung.de/in-maerkt, beide abgerufen am am 3. Juni 2024).
Da mich das Konzept des Bücherschrankes überzeugt und begeistert, habe ich angefangen, von einem Bücherschrank in unserer Gemeinde – Eimeldingen – zu träumen! Eine Büchersammlung habe ich dazu schon angelegt, jetzt bin ich dabei, die nötigen Informationen zu sammeln, um dann der Gemeinde den Vorschlag eines Bücherschranks zu machen (ich wäre auch bereit, mich um darum zu kümmern). Als Standort würde mir der ZOB vorschweben (mehr zum ZOB in unserem Ort in „Ein neues Wort“). Ich bin gespannt, ob ich es schaffe, dieses Projekt zu realisieren! Ein Bücherschrank „gleich um die Ecke“ – das wäre doch richtig richtig toll!
P.S. Manchmal bekomme ich auch ein berührendes Buch geschenkt, wie zum Beispiel dasjenige, welches mich zu dieser Serie inspiriert hat: Ein berührendes Buch. Die Erklärung für die Serie folgt dann im Beitrag „Noch mehr berührende Bücher“.
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4 Gedanken zu „Der Bücherschrank“