Ein seltsames Wort

(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)

Nachdem ich nun schon so viel über Bücher geschrieben habe, möchte ich mich wieder einmal meiner Sprach-Serie widmen, denn da warten noch viele Wörter und Themen darauf, hier beschrieben zu werden…

Interessanterweise habe ich das – seltsame – Wort, über das ich hier schreiben möchte, in einem Roman von Alexandra Potter entdeckt (ich schreibe über ihre Bücher im Beitrag „Der Dachschaden ist nicht das Problem“). In ihrem Buch „Wenn das die Lösung ist, will ich mein Problem zurück“ steht auf Seite 542 das Wort „Pareidolie“ (sprich: Pa-rei-do-lii) – der (kluge) Edward verwendet es und da Penelope (Nell), die Hauptfigur in diesem Roman, dieses Wort noch nie gehört hat (wie ich auch nicht), erklärt er es so: „Damit ist das Phänomen gemeint, in Dingen und Mustern Gesichter zu erkennen“.

Wikipedia ist noch etwas genauer: Pareidolie (zu Deutsch: Erscheinung, (Trug-)Bild, Schattenbild, theologisch auch: Götzenbild) bezeichnet das Phänomen, in Dingen und Mustern vermeintliche Gesichter und vertraute Wesen oder Gegenstände zu erkennen. Als Beispiel wird dabei oft das Gesicht auf dem Mars (Marsgesicht) gezeigt, wie auch auf der Wikipedia-Seite Pareidolie (abgerufen am 17.05.2024). Da ich das Marsgesicht nicht gekannt habe, ist mir der „Pferdekopfnebel“ in den Sinn gekommen (der Pferdekopfnebel ist Teil einer Dunkelwolke im Sternbild Orion). Es gibt davon fantastische Bilder im Internet (einfach nach Pferdekopfnebel suchen).

Übrigens: wer das oben genannte Buch gelesen hat, weiß, dass sich die zwei in der beschriebenen Szene nicht einig darüber sind, wessen Gesicht in der Wolke, die sie betrachten, zu erkennen ist: ist es nun das Gesicht eines britischen Premierministers oder das Gesicht des King of Rock’n’Roll?! Das kommt mir irgendwie bekannt vor…

Ob nun alle Menschen Muster in bestimmten Gegenständen und Dingen erkennen können, habe ich leider nicht (verlässlich) herausgefunden. Sicher ist allerdings, dass schon Neugeborene Gesichter erkennen können.

P.S. Da ich kein Foto des Pferdekopfnebels habe, greife ich für die Illustration dieses Beitrags auf richtige Pferde zurück – sind ja auch „in echt“ schön….

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