Ein lustiges Spiel

(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)

Als ich vor einer Weile in einer kleinen Buchhandlung noch einen Blick ins Regal mit den Kinderbüchern geworfen habe, ist mir der Schriftzug „Duden“ auf einem der Buchrücken aufgefallen. Ein Bilderbuch von Duden? Als ich das Buch aus dem Regal ziehe, kann ich auch den Titel lesen: „Der Hahn tropft ständig, schimpft der Hahn – Teekesselchen für Kinder“ (Martin Verg/Text, Katja Wehner/Illustrationen, Dudenverlag Berlin, 1. Auflage 2023). Ich habe das Wort „Teekesselchen“ noch nie gehört, geschweige denn gewusst, dass das ein (lustiges) Spiel ist! Das Buch „muss“ also mit. Mein Mann fragt mich später ganz erstaunt, ob ich dieses Spiel nicht kenne? Nein, aber nach der Einleitung ist mir klar, worum es geht.

Es handelt sich dabei um Wörter, die zwei verschiedene Bedeutungen haben (beziehungsweise um ein Spiel, bei dem es darum geht, das Wort mit den verschiedenen Bedeutungen zu erraten): also wie oben das Wort „Hahn“ für den Hahn (männliches Huhn) und den (Wasser-)Hahn. Das kenne ich natürlich schon. Ich habe auch schon mal in einem Prospekt ein Memory mit solchen Motiven gesehen: ein Paar bestand da eben nicht aus zwei identischen Bildern (wie normalerweise beim Memory üblich), sondern eben zum Beispiel aus einer Birne (Frucht) und einer (Glüh-)Birne. Ich fand das lustig, habs mir aber damals (leider!) verkniffen, dieses Memory für Kinder zu bestellen, auch wenn ich sehr gerne Memory spiele, sonst wäre ich vermutlich schon früher auf den Begriff „Teekesselchen“ aufmerksam geworden.

Das lustige am Duden-Bilderbuch sind nicht nur die Bilder, sondern dass die Texte in Versform geschrieben sind, wie zum Beispiel: „Der Schimmel ist weiß und trabt über die Äcker. Grün und am Brot ist er weniger lecker.“ Besonders gut gefällt mir auch das „Schloss“ – also das Schloss für die Prinzessin oder das Schloss an der Haustüre für den Schlüssel. Während ich das Büchlein durchblättere, wird mir bewusst, dass es mit Bilder hinterlegt deutlich einfacher ist, die Doppel-Bedeutungen zu verstehen. Noch recht einfach erscheint mir nur als Text: „Der Räuber auf der Bank denkt dran, wie er die Bank wohl knacken kann.“ Schwieriger, aber sehr lustig, finde ich:  „Der Strauß fliegt nicht, er kann nur laufen. Oder Du kannst ihn im Laden kaufen.“

Das Spiel wurde bereits 1896 im „The Book of a Hundred Games“ von Mary White auf S. 117 unter der englischen Bezeichnung „Teapot“ erwähnt und beschrieben. (Quelle und mehr Informationen: www.wikipedia.org, abgerufen am 12. März 2024)

Natürlich wollte ich dann auch selber Teekesselchen herausfinden, was ich allerdings gar nicht so einfach finde. Bisher habe ich nur eines notiert: Motiv – das kann der Beweggrund sein, aber auch das Bildmotiv. Wer weiß noch mehr? Gerne in die Kommentare schreiben! Danke! Es soll angeblich in der deutschen Sprache mehr als 700 Teekesselchen geben!

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6 Gedanken zu „Ein lustiges Spiel“

  1. Eine Schraubenmutter und die Mutter, zu der man Mama oder Mutti sagt, ein Wagen, der sich Hund nennt, dient im Bergbau der Beförderung auf Schienen, die schönen Blüten am Baum und die berüchtigten Blüten, mit denen zu bezahlen strafbar ist, die Welle des Wassers und die im Getriebe … ich denke oft, dass Teekesselchen sich eigentlich doch aus inzwischen weit entfernt scheinenden Ähnlichkeiten entwickelt haben.

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  2. Liebe Puzzleblume, vielen lieben Dank für diese schönen Teekesselchen 😊!
    Die Mutter ist auch im erwähnten Buch drin, aber an die anderen habe ich noch nicht gedacht bzw. den Wagen/Hund kenne ich gar nicht. Ja, manchmal ist es interessant, wie sie sich entwickelt haben. Bei der Bank zum Beispiel ist es wirklich so, dass die Geldwechsler früher auf (Holz-)Bänken auf ihre Kundschaft gewartet haben und daraus hat sich dann das heutige Wort Bank für Geldinstitut entwickelt.
    Mal sehen, was noch so kommt… 🙂
    Liebe Grüße Nicoletta Samira

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