Lesenswerte Bücher

(Dieser Beitrag ist das 17. Türchen des diesjährigen Blog-Adventskalenders. Auf der Übersichtsseite sind alle veröffentlichten Beiträge verlinkt.)

Wer bisher alle Türchen geöffnet und gelesen hat, weiß bereits, dass ich gerne lese (so zum Beispiel beschrieben bei Türchen Nr. 8: Bilderbücher). Heute geht es allerdings um Geschenkideen für Erwachsene, natürlich um Bücher! Und natürlich nur um solche, die bei mir im (übervollen) Bücherregal stehen und die ich selber bereits mehrere Male gelesen habe – denn etwas Anderes kann (und will) ich gar nicht empfehlen… (ich bekomme übrigens für diese Empfehlungen kein Geld!)

Wer vielleicht schon in die wunderschönen Adventsgeschichte „Advent im Hochgebirge“ (siehe Türchen Nr. 9: Wunderschöne Adventsgeschichte) hineingelesen hat, freut sich bestimmt über eine weitere Buchempfehlung aus Island: „Die Eismalerin“ von Kristín Marja Baldursdóttir. Erzählt wird die Geschichte der kleinen Karitas, die trotz der widrigen Lebensumstände, in der sie im rauen Island aufwächst, ihr Zeichen- und Maltalent entdeckt und es schließlich – dank einer Gönnerin – bis an die Königliche Kunstakademie schafft. Trotz weiterer Schicksalsschläge hört sie nicht auf zu malen und zeichnen und ist mit ihren abstrakten Zeichnungen (zum Beispiel die Nähmaschine der Nachbarin) und Collagen (mit altem Besteck) ihrer Zeit weit voraus – und das ist auch ihre größte Herausforderung.

Ebenfalls im hohen Norden handelt die Geschichte von Karen Blixen und der seelenverwandten Minna: „Ein dänischer Winter“ (Sanne Jellings) umfasst den Zeitraum von nur wenigen Tagen, die aber Minnas Leben komplett auf den Kopf stellen und sie sich zum ersten Mal traut, über ihre Träume zu sprechen und danach von Karen ermutigt, diese auch zu verwirklichen. Eine wunderschöne Geschichte über eine ungewöhnliche Begegnung.

Traurig und lustig zugleich ist „Niemand weiß, wie spät es ist“: der Roman des österreichischen Schriftstellers René Freund spielt in Paris und Österreich und lässt wahrscheinlich niemanden unberührt. Die „Stadtpflanze“ Nina muss mit der Urne ihres Vaters und dem äußerst peniblen Notariatsgehilfen Bernhard halb Österreich durchwandern, um ihren Vater im Toten Gebirge zu bestatten – ansonsten kann sie ihr Erbe nicht antreten. Schwankend zwischen Lachen und Weinen über die bizarre Aufgabe, legt Nina nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich einen beeindruckenden Weg zurück.

Ebenfalls in Österreich, im großartigen Wien, lebt die Schriftstellerin Petra Hartlieb. Sie schreibt nicht nur Bücher, sondern betreibt mit ihrem Mann eine äußert erfolgreiche Buchhandlung in einem Wiener Vorort und schreibt darüber in „Meine wundervolle Buchhandlung“: ob über die ihr eigene Suche nach geeignetem Personal, über nette und weniger nette Kundinnen und Kunden oder über ihren „Feldzug“ gegen den Amazon-Riesen – in heiterem Stil beschreibt sie die Höhen und Tiefen des Buchhändlerinnen-Daseins. Zu dem sie übrigens quasi per Zufall und über Nacht gekommen ist… (Ebenfalls zu empfehlen ist ihre Wien-Reihe, vier historische Romane aus der Zeit des Jugendstils mit passenden Bucheinband: Ein Winter in Wien – Wenn es Frühling wird in Wien – Sommer in Wien – Herbst in Wien).

Wer historische Romane mag und schon jetzt vom Frühling und von blühenden Rhododendren träumen möchte, dem möchte ich „Die Hofgärtnerin“ von Rena Rosenthal ans Herz legen. Mit seinen 688 Seiten ein wahrer Schmöker für dunkle Winterabende! Und eine so beeindruckende Geschichte: weil Marlene im Oldenburg von 1891 keine Lehre als Gärtnerin machen kann – das dürfen nur Männer – verkleidet sie sich als Junge, um an die begehrte Lehrstelle zu kommen… ihre Cousine Frida ist ihr dabei eine völlig unerwartete Hilfe und unterstützt Marlene in ihrem Bestreben, ihren „Mann“ zu stehen… eine wunderschöne Geschichte über eine ganz mutige Frau mit vielen interessanten Einblicken in das Leben der Menschen in dieser Zeit.

Und eine ganze historische Romanserie (fünf Bände) hat es mir ebenfalls angetan, denn auch dies ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Frau, die statt einer Heirat eine Ausbildung zur Fotografin macht und danach als sogenannte Wanderfotografin durch die Lande zieht, später dann ihren kranken Onkel auf der Schwäbischen Alm pflegt und im letzten Band sogar als Fotografin nach Hollywood kommt. Die Serie „Die Fotografin“ von Petra Durst-Bennin besteht aus den folgenden fünf Bänden: Am Anfang des Weges – Die Zeit der Entscheidung – Die Welt von morgen – Die Stunde der Sehnsucht – Das Ende der Stille.

Und zum Schluss noch eine romantische Serie, die in England spielt und für jede Jahreszeit einen passenden Band bereithält: die sechs Bücher über die Valerie Lane in Oxford. Die Valerie Lane – gerne als romantischste Straße der Welt beschrieben – ist eine kleine Gasse mitten in Oxford, in der fünf Ladenbesitzerinnen und ein Ladenbesitzer ihre Träume verwirklicht haben und zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zusammengewachsen sind, in der sich alle gegenseitig helfen und füreinander da sind. Die Reihe startet mit Lauries „Der kleine Teeladen zum Glück“, erzählt im zweiten Band „Die Chocolaterie der Träume“ die Geschichte von Keira, in „Der zauberhafte Trödelladen“ lernen wir die liebenswerte Ruby kennen, „Das wunderbare Wollparadies“ gehört der fleißigen Susan mit ihrem kleinen Hund, in „Der fabelhafte Geschenkeladen“ erfahren wir alles über Orchid’s Giftshop und im letzten Band „Die kleine Straße der großen Herzen“, der drei Jahre später spielt, erfahren wir, was alles passiert ist und was sich alles verändert hat in der Valerie Lane – nur eines hat sich nicht verändert: es ist immer noch die romantischste Straße der Welt.

Und wer noch eine Geschenkidee für (seine) Kinder sucht, hier geht es zu Türchen Nr. 8, den Empfehlungen für Bilderbücher.

P.S. Und damit auch alles eine Überraschung bleibt unter dem Tannenbaum, am besten eine Bescherungsbremse verwenden. Was das ist? Hier geht es zum Beitrag aus dem letztjährigen Adventskalender: Bescherungsbremse.

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