Maria im Stein

(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Mit dem Motorrad zu Maria“ – mehr dazu auf der Übersichtsseite der Beitragsserien – und ist gleichzeitig das 8. Türchen des Adventskalenders für Euch.)

Einer der ersten Marienwallfahrtsorte – vielleicht sogar der erste Marienwallfahrtsort überhaut, den ich (auf einem Schulausflug) kennenlerne, ist das berühmte Mariastein. Von besagten Schulausflug ist mir allerdings nur in Erinnerung geblieben, dass es auf der Toilette eisig kalt war…

Erst viel später lerne ich den Ort besser kennen – und lieben! Ich weiß gar nicht, wie oft ich schon dorthin gewandert oder gefahren bin.

Meine Lieblingsroute führt durchs Elsass. Wenn ich auf der Palmrainbrücke den Rhein überquere und mein Blick über das in der Sonne glitzernde Wasser schweift, kann ich mein Glück kaum fassen. Über ruhige Landstraßen erreiche ich bei Leymen die Grenze zur Schweiz. Von Flüh geht es durch das enge Tal mit den steilen Felswänden hinauf auf die Hochebene mit den weiten Wiesen und Feldern, auf der Mariastein liegt. Wenn gerade der Raps blüht, leuchten die gelben Blüten kräftig in der Sonne vor dem blauen Himmel.

Der riesige Parkplatz beim Kloster macht deutlich, was hier an Wochenenden und Feiertagen los sein kann. Ich bin an einem Vormittag mitten unter der Woche unterwegs und genieße es, dem Trubel aus dem Weg gehen zu können.

Der Klostermauer entlang geht es nun zum Vorplatz, wo sich auch noch die „Pilgerlaube“ (ein allerliebster Tante-Emma- und Devotionalien-Laden in einem), ein Bauernhof und ein paar Gasthäuser befinden.

Die wuchtige Barockklosterkirche lasse ich wie immer rechts von mir liegen und gehe direkt zum Tor, das zur Gnadenkapelle führt. Sofort umfängt mich die Stille und der leicht modrige Geruch des langen Gangs, dessen Wände über und über mit Votivtafeln bedeckt ist und zur bekannten Höhle mit Kapelle führt. Die Gnadenkapelle liegt in einer Höhle in der Felswand, an der ich vorhin unten entlang gefahren bin. Der Legende nach soll ein Junge die Felswand hinunter gestürzt sein, als er mit seiner Mutter auf der Hochebene unterwegs war. Wie durch ein Wunder soll der Junge unversehrt in der Höhle gefunden worden sein. Maria hat mich aufgefangen, erzählt er. Der dankbare Vater lässt daraufhin an der Stelle eine Kapelle errichten.

In der kleinen Gnadenkapelle wird eine wunderschöne Statue der Mutter Gottes mit Jesuskind verehrt. Auch hier umfängt mich sofort die tröstliche Atmosphäre wie in den anderen (Marien-)Kapellen und Kirchen, welche ich regelmäßig besuche, auch wenn sich hier fast immer Menschen in der Kapelle aufhalten und – wie ich auch – Kerzen anzünden, beten oder einen Wunsch oder eine Nachricht ins ausliegende Gästebuch schreiben. Was mich hier besonders fasziniert, ist die Anlage der Kapelle in einer Höhle, ich fühle mich beim Betreten immer sofort geborgen und die lächelnde Marienstatue ist äußerst liebevoll gestaltet, ja, sie wird sogar passend zum Jahreskalender der Kirche eingekleidet (für mich immer wieder von neuem unglaublich faszinierend).

Und so bleibt Mariastein für mich auch nach vielen Besuchen ein wahrlich wundervoller Ort.

P.S. Welch heilende Wirkung Mariastein auf mich hat, beschreibe ich bereits im Beitrag „Die (große) Freiheit“ (November 2019).

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