Oft sind es gar nicht die großen Dinge, über die ich mich am meisten freue, sondern eher die kleinen – auch wenn ich das erst über die vergangenen Jahre hinweg erkennen konnte und gelernt habe (und immer noch dabei bin, es zu lernen).
Neulich zum Beispiel habe ich gleich gegenüber bei der Nachbarin einen kleinen bunten Strauß aus Gartenblumen geholt (sie stellt fast jeden Tag ein paar Sträußchen zum Verkauf an die Straße). In einem dekorativen, weiß mit blauem Rand emaillierten kleinen Krug steht der Strauß nun im Wintergarten, daneben in einem blauen Teller eine blaue Kerze, das Tischchen mit einem selbst bestickten Tischtuch mit maritimem Motiven – was sich zu einem so harmonischen, bezaubernden Ganzen zusammenfügt, dass es mich in dieser Einfachheit berührt und ich mich täglich von neuem daran erfreue.
Und ich denke, wie wenig es doch braucht, um es schön zu haben, um es sich schön zu machen – wenn ich so darüber schreibe, denke ich, es braucht „nur“ unseren Sinn dafür!
Oft geht es sogar ganz ohne etwas (kleines) dafür einzukaufen: eine leuchtend rote Rosenblüte aus dem Garten in einem alten Glasfläschchen begrüßt mich morgens in der Küche, den Lavendel aus unserem Vorgarten verteile ich in hohen, alten Weckgläsern (die habe ich einmal von meiner Tante bekommen), im ganzen Haus und freue mich, wenn ich in den Räumen vom Lavendelduft empfangen werde. Auch mit Muscheln und Steinen oder anderen Fundstücken von Spaziergängen dekoriere ich gerne, sie lassen sich zu immer wieder neuen „Kunstwerken“ arrangieren, je nach Lust und Jahreszeit und bereiten mir so immer wieder von neuem Freude.
Auch sonst lässt sich der Alltag durch (kleine) Freuden immer wieder aufhellen: ein kleiner Spaziergang, ein gemütliches Schwätzchen mit der Nachbarin, ein einzelnes Stück Schokolade ganz langsam auf der Zunge zergehen lassend, ein Schmetterling, der durch den Garten gaukelt oder die Eidechse am Wegesrand.
Immer gibt es überall (kleine) Freuden zu entdecken! Es geht „nur“ darum, all diese (kleinen) Freuden zu erkennen und wahrzunehmen – das gelingt mir mal besser, mal weniger gut. Aber ich bleibe dran – und das ist vielleicht grad die größte kleine Freude!
#nicolettasamira #Worte_die_verzaubern
Ein Gedanke zu „(Kleine) Freuden“