Als diese „1000 Places to see before you die“-Bücher auf den Markt kamen, fand ich sie ehrlich einfach nur doof. Warum sollte ich ein Buch kaufen, in dem jemand auflistete, welche Dinge ich zu tun oder unbedingt zu sehen hätte? Trotzdem war ich natürlich neugierig und habe mal in eine Ausgabe von „1000 Places to see before you die“ reingeschaut, aber ehrlich: ich weiß nicht, ob man die Mona Lisa unbedingt gesehen haben muss (ich habe sie schon als Kind anschauen dürfen und fand sie jetzt nicht so sensationell, dass ich mich heute – als selber Kunstschaffende – in die lange Schlange vor dem Louvre einreihen würde, um nochmal in den Genuss dieses geheimnisvollen Lächelns zu kommen, sorry Leonardo!).
Tja, aber seit ich Motorrad fahre, ertappe ich mich immer wieder bei dem Gedanken: oh, dahin möchte ich mal mit meiner Lady fahren oder über diese Strecke will ich unbedingt mal kurven. Und die mentale Liste ist länger und länger geworden… und als ich dann im Urlaub – ohne Motorrad und mit lädiertem Fuß quasi an die Ferienwohnung gebunden – auch noch feststelle, dass wir uns in der Nähe der (welt-)berühmten Großglockner-Hochalpenstraße befinden, bin ich fast ausgeflippt und dann habe ich es doch tatsächlich (auch) getan: ich habe Papier und Stift zur Hand genommen und angefangen, meine eigene, persönliche Bucket List* zu schreiben… ich schäme mich ja fast ein bisschen, es zuzugeben, aber ich konnte einfach nicht anders.
Dabei kannte ich das Wort „Bucket List“ bis vor kurzem gar nicht. Ich glaube, zum ersten Mal habe ich es vor ein paar Wochen in einem Artikel in einer Zeitschrift gelesen, da hat ein Motorradfahrer darüber geschrieben, dass er – nach der Fahrt auf der Großglockner-Hochalpenstraße! – seine Bucket List überarbeitet hat…
Nun ist es nicht so, dass auf meiner Liste (nur) große Vorhaben stehen. (Natürlich steht das Nordkap drauf, davon träumen ja viele Motorradfahrer.) Aber es stehen auch viele „kleinere“ unspektakuläre Ziele auf der Liste – Orte, die für mich bisher ohne Auto einfach unerreichbar waren und nun plötzlich in greifbare Nähe rücken. Und besonders schön ist natürlich, dass nicht nur bisher unerreichbare Orte näher rücken, sondern auch (liebe) Menschen, die ich nun einfach so besuchen oder endlich – nach nur virtuellem Kontakt – persönlich treffen kann.
Und so ist meine Bucket List eine Mischung aus (angeblich) atemberaubenden Strecken im In- und Ausland und kleineren Ausflügen, die (vielleicht?) sogar im Winter möglich sind… ich freue mich schon darauf, wieder loszufahren!
*Bucket List (umgangssprachlich): Liste von Dingen, die man noch tun möchte, bevor man ein bestimmtes Alter erreicht (Quelle: https://dict.leo.org/englisch-deutsch/bucket%20list?partial=hide, abgerufen am 15.10.2019)
#Worte_die_verzaubern
Meine „Bibel“ für Alpentouren (und auch zum heimlichen Abfahren einiger Rallye Sonderprüfungen) gibt es vielleicht heute noch: „Denzel, Grosser Alpenstrassenführer“ – kann süchtig machen! 😊
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