Befreit

Die unfertigen Blog-Beiträge stapeln sich auf meinem Schreibtisch: Der Beitrag „Mach’s einfach“ beschäftigt sich damit, warum ich mich gewissen Dinge an gewissen Tagen plötzlich traue und hinterher nicht mehr und mich dann frage, warum nicht mehr… und dass ich mich mit dem Thema „Schreiben“ einfach nicht zeigen mag und gar nicht weiß warum. Den nächsten Beitrag „Die Wellen (oder Stromschnellen?) des Lebens“ schreibe ich an einem Tag, an dem ich mich ausgepowert fühle und mit meiner Hochsensibilität (mehr dazu in „Ich bin kein Alien – ich bin einfach „nur“ hochsensibel!“) hadere. In „Welle um Welle, Schicht um Schicht“ habe ich das Gefühl, dass ich nach verschiedenen Gesprächen wieder verschiedene Schichten abgelegt habe, die meinen wahren Kern verdeckt hielten. Und in „(Sinnlose) Schuldgefühle“ glaubte ich schon, dass ich endlich mit der Auflistung und Beschreibung meiner Schuldgefühle – die Liste enthält locker zwanzig Punkte, warum ich mich schuldig fühle! – auf den Punkt gekommen bin. Aber auch diesen Artikel veröffentliche ich nicht, auch er ist irgendwie nicht stimmig. Und genau das ist immer ein untrügliches Zeichen dafür, dass ich nicht im Gleichgewicht bin, wenn ich nicht formulieren und auf den Punkt bringen kann, was mich beschäftigt. Dass ich auch schon länger keine Nacht mehr richtig gut geschlafen habe und mich tagsüber entsprechend ausgelaugt fühle, ist ein weiteres Indiz dafür, dass etwas nicht stimmt. Doch ich komme einfach nicht drauf, was mir in den vergangenen Wochen nächtens den Schlaf und tagsüber die Energie geraubt hat.

Und während ich jetzt diese Zeilen schreibe, denke ich, dass mir zwar inzwischen bewusst geworden ist, woran es liegt, dass ich aber trotzdem (noch) nicht zur Ruhe gekommen bin. Obwohl es sich in den frühen Morgenstunden in einer der vergangenen Nächte so gut angefühlt hat und ich auch die Nacht danach endlich richtig gut geschlafen habe! Vielleicht liegt es einfach daran, dass mir jetzt dieses Nach-Außen-Gehen und Sichtbar-Werden zu schaffen macht… denn auch wenn es sich vielleicht für mein Umfeld nicht nach einer bahnbrechenden Erkenntnis anhört, so ist es das doch für mich:

ICH BIN SCHRIFTSTELLERIN.

Nicht Texterin, nicht Bloggerin oder was ich sonst noch in den vergangenen Monaten für Berufsbezeichnungen „erfunden“ habe: Ich bin Schriftstellerin und möchte Bücher schreiben.

Warum mich das so beschäftigt hat und ich es nicht schon längst einfach gemacht habe? (Denn an Ideen mangelt es mir wahrlich nicht!) Das ist mir eben vor ein paar Nächten endlich und ganz deutlich bewusst geworden: Was mich daran hindert, endlich einfach das zu tun, was ich am liebsten mache, nämlich schreiben, ist ein schlichter (Glaubens-)Satz aus meiner Kindheit, der mich auch heute noch „verfolgt“. Als Kind wollte ich nämlich – nachdem ich die große weite Welt der Bücher kennen gelernt hatte – Schriftstellerin werden. Die Reaktion meiner Eltern? „Das ist brotlos! Damit verdient man kein Geld!“ Und die kleine Nicoletta Samira hat gelernt, dass das ein unsinniges Vorhaben ist, auch wenn sie sich bis heute nichts sehnlicher wünscht, als Schriftstellerin zu sein und die Menschen mit ihren Worten zu verzaubern. Deshalb hier nochmal in groß:

ICH BIN SCHRIFTSTELLERIN.
UND ICH SCHREIBE JETZT MEIN ERSTES BUCH.

Der Anfang ist gemacht, die Essenz meiner Seele befreit!

#Worte_die_verzaubern

3 Gedanken zu „Befreit“

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