Liebe und Vertrauen

Der Juli hat es in sich: nicht nur, dass mir die Gluthitze zu schaffen macht (selbst zum Motorrad fahren ist es zu heiß!), sondern auch das Leben hält ein paar schwer verdauliche Brocken für mich bereit. Und auch wenn ich mir meines Jahresthemas „Vertrauen und Loslassen“ sehr wohl bewusst bin, ist es gerade im Moment sehr schwierig, das auch zu leben.

Denn wenn ich zum wiederholten Male von einem Infekt im wahrsten Sinne des Wortes ausgebremst werde, wenn die Kraft mal wieder nicht für all das reicht, was ich gerne tun möchte und mir in diesem Jammertal auch noch die Lebensfreude und das Lachen abhanden kommen, dann finde ich es halt einfach schwierig, ganz entspannt und zufrieden da zu sitzen und zu vertrauen und loszulassen.

Doch natürlich weiß ich ganz genau, dass ich mir den ganzen Stress nur selber mache. Niemand zwingt mich zum Arbeiten, Motorradfahren, Schreiben, Aufräumen und womit ich sonst noch so meinen Tag verbringe. Ich entscheide selber, was ich mache, wann und wieviel davon. Und das ist ja der pure Luxus! Was hindert mich also daran, zufrieden und glücklich zu sein? Es ist schließlich erst zwei Wochen her, seit ich den Text zu „Angekommen“ veröffentlicht habe. Und da war ich so mit der Welt im Reinen, obwohl ich – oder vielleicht gerade deswegen? – zu diesem Zeitpunkt noch einiges mehr zu „beißen“ hatte als jetzt. Jetzt ist es eigentlich „nur“ der Alltag, der sich grad auftürmt. Und auch wenn ich mich natürlich freue, wenn ich mit meinen Texten endlich das erste Geld verdiene, so bleiben doch meine Herzensprojekte dabei auf der Strecke und ich frage mich, wo ich meine Prioritäten setzen soll.

In solchen Phasen – und das macht mir besonders zu schaffen – bleibt auch mein Mut auf der Strecke, darüber habe ich auch schon in „Von der Angst, mich zu zeigen“ geschrieben. Ich frage mich dann zum Beispiel, wie ich es jemals geschafft habe, mit meinem Motorrad (einer Straßenmaschine) über unbefestigte Wege zu einer Kapelle zu fahren oder einfach drauf los zu fahren, ohne zu wissen, wohin die Straße führt, nachdem ich auf dem Heimweg von einer Freundin eine Abzweigung verpasst hatte.

Und während ich gerade diesen letzten Satz schreibe, wird mir bewusst, dass wenn das einmal möglich war, ich das immer noch kann – denn das ist alles in mir selbst vorhanden und somit immer da, wenn vielleicht auch eben nicht immer „bemerkbar“. Und so passt auch der Titel, der sich einfach so in mir geformt hat (das geht mir übrigens oft so), denn es geht immer nur darum: zu lieben und zu vertrauen. Denn Liebe und Vertrauen machen alles möglich.

#Worte_die_verzaubern

Ein Gedanke zu „Liebe und Vertrauen“

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