Es gibt so Tage, da möchte ich einfach in Ruhe arbeiten können und daneben (vielleicht!) noch ein bisschen Zeit für mich haben – um wenigstens kurz die Sonne im Strandkorb genießen zu können oder wieder einmal ein bisschen zu malen.
Doch dann komme ich erst selber nicht in die Pötte und danach lasse ich immer wieder ablenken. Erst ruft mich vielleicht eine Freundin an, die Aufmunterung braucht: weil es mit ihrer Selbständigkeit grad gar nicht so läuft, wie sie sich das vorstellt, weil sich auch noch herausstellt, dass das neue Computerprogramm deutlich schwieriger zu bedienen ist als erwartet und weil sie im Moment grad allgemein sehr wenig Wertschätzung für ihre (wertvolle!) Arbeit erfährt. Und da ich aus eigener (leidvoller) Erfahrung weiß, wie nötig in so einem Moment jemand ist, der einfach zuhört und der einem vielleicht sogar auch noch versteht, nehme ich mir natürlich gerne Zeit für sie. Ich freue ich auch mit einem guten Freund über seine neue Stelle, schicke einem anderen lieben Menschen Grüße in die Reha und natürlich möchte auch noch der (einsame) Nachbar mit mir plaudern, wenn ich kurz mit der Kaffeetasse in der Hand in den Garten gehe, um die Sonne ein bisschen zu genießen. Und dann fällt mir noch ein, dass ich doch meine Tante anrufen wollte, die mit einem gebrochenen Arm im Krankenhaus liegt…
Abends, wenn ich dann müde auf dem Sofa sitze und einfach nur noch schlafen möchte, frage ich mich allerdings, ob ich – an einem solchen Tag – nicht besser auf mich selber hätte aufpassen müssen. Wenn ich aber den Tag Revue passieren lasse – was ich ja immer für meinen Eintrag in mein Dankbarkeitstagebuch mache (mehr dazu im Artikel „Dankbarkeit“) – stelle ich fest, dass ich doch meist erledigt habe, was ich mir vorgenommen hatte (alles andere kann auch bis zum nächsten Tag warten) und daneben sogar noch Zeit für mich blieb!
Aber die viel wichtigere Erkenntnis ist, dass ich, in dem ich für diese Menschen da bin, in ihrem Leben einen Unterschied mache. Und dass diese Menschen in meinem Leben ebenfalls einen riesengroßen Unterschied machen, denn morgen könnte ich es ja sein, die sich danach sehnt, dass jemand ein Lächeln auf ihr Gesicht zaubert!
Und ist es nicht genau das, was wir uns alle wünschen? Am Ende eines Tages zu erkennen, dass wir einen Unterschied im Leben eines Menschen gemacht haben? Für mich jedenfalls ist es ein wundervolles Gefühl, mit dieser Erkenntnis den Tag zu beschließen. Ich danke Euch!
#Worte_die_verzaubern
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