Kryogenisieren

Es ist schon schier unglaublich, was man alles anstellen kann, damit die heiß geliebten Vinyl-Schallplatten besser klingen!

In einer Ausgabe des Mint-Magazins (mehr zu dieser Zeitschrift in meinem Beitrag „MINT“) habe gelesen, dass strammer Frost das Vinyl entspannen und deshalb danach besser klingen soll – der Fachbegriff für diesen Vorgang lautet: kryogenisieren. Im Artikel heißt es ganz lapidar als Erklärung: Statt mit Wärme soll das Material mit Kälte „entspannt“ werden. Dabei werden von spezialisierten Firmen die Schallplatten bis auf minus 180 Grad Celsius herunter gekühlt – „kryos“ heißt im altgriechischen „Kälte“. Die Platten kommen dabei mit Cover und Innenhülle rund fünfzehn Stunden in die Tiefkühltruhe, bevor sie danach langsam wieder auf Raumtemperatur kommen. Die Redakteure der Zeitschrift haben es übrigens ausprobiert, das heißt, sie haben verschiedene Schallplatten bei entsprechenden Firmen kryogenisieren lassen und waren vom Ergebnis nicht nur überrascht, sondern auch schwer beeindruckt: feinste Nuancen entwickeln sich freier und lösen sisch selbstverständlicher von den Lautsprechern (bei Klaviermusik), von einem frischeren und spritzigeren Eindruck wird ebenfalls berichtet und von einem klareren, dynamischeren Klang.

Interessant, dass auf derselben Seite auf darüber berichtet wird, wie man Vinyl bügeln kann, um Höhenschläge auszugleichen. Tatsächlich habe ich ein paar Schallplatten, bei denen der Tonabnehmer beim Abspielen eine Berg- und Talfahrt macht und die deshalb gebügelt werden sollten (kann man in ausgesuchten Plattenläden machen lassen). Also ehrlich gesagt wird mir bei der Vorstellung, meine Schallplatten erst zu bügeln und danach in die Tiefkühltruhe zu geben, irgendwie heiß und kalt! Meinen (armen) Schallplatten auch…!

P.S. Bei meinem oben erwähnten Beitrag zum „MINT“ habe ich noch vergessen zu erwähnen, warum der Zustand einer gebrauchten Schallplatte auch „Mint“ sein kann und möchte das deshalb hier noch nachholen:

Die Bezeichnung „Mint“ stammt aus dem Münzwesen (englisch mint = Münzprägeanstalt, Münze). Der Begriff leitet sich von dem Zustand einer Münze ab, die gerade frisch aus der Prägemaschine kommt: „in mint condition“ bedeutet im Englischen schlichtweg „im Zustand wie frisch geprägt“ oder „druckfrisch“. Im Deutschen lässt sich „Mint“ am besten mit „fabrikneu“, „makellos“ oder „wie neu“ übersetzen. (google/aimode, zuletzt abgerufen am 28. Okt. 2026)

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5 Gedanken zu „Kryogenisieren“

  1. Interessant, aber von Vinyl habe ich mich schon vor vielen Jahren verabschiedet und werde es auch nicht wieder aufleben lassen. Ich kenne aber viele Menschen, die Schallplatten lieben und sie versuchen, gut zu behandeln. Für die ist der Artikel sicher ein guter Tipp, ich leite ihn mal weiter.

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    1. Mich dauern all die Menschen, die sich von Vinyl verabschiedet haben… aber andererseits bedeutet das immer wieder „Ware“ für den Secondhand-Markt der (neuen) Vinyl-Liebhaber und darüber freue ich mich!

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      1. Da kannst du manches Schnäppchen machen und die Originalplatten aus den 70ern und 80ern sind noch nicht dem Loudnesskrieg unterworfen, verfügen noch über die ursprüngliche Dynamik ..

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  2. Danke! Ich hab schonmal die ersten Platten auf Eis gelegt. Ein Grund mehr, heute Tiefkühlpizza aufzutauen, nicht ohne die Pizza erstmal auf dem Plattenteller auf versteckte Details abzuhören. Oh, das hört sich nach gehärteten Fetten an und verstecktem Kochsalz .. Stereoplay hatte mal vorgeschlagen, CD-Player im Backofen vorzuwärmen.. 🙂

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