Herrgottsbscheißerle

Passend zum Karfreitag gibt es heute den köstlichen Beitrag zu den „Herrgottsbscheißerle“. Wer weiß, was damit gemeint ist?! Findige Mönche aus dem Kloster Maulbronn wollten angeblich in der Fastenzeit nicht auf Fleisch verzichten und dachten, wenn wir es in Teig verstecken, so merkt das doch keiner… nicht mal der liebe Gott! Schon waren die (schwäbischen) Maultaschen geboren (das sind sozusagen deutsche Ravioli) und da ja damit eben der liebe Gott beschissen (also betrogen) wurde, bekamen sie den Beinamen Herrgottsbscheißerle. Was ursprünglich ein Arme-Leute-Essen war, ist heute ein geschütztes schwäbisches Kulturgut. Das Wort Maultasche soll dabei eine Abkürzung des Begriffs Maulbronner Nudeltasche sein.

Bekannte von uns nehmen den Karfreitag immer als Anlass, den ganzen Feiertag in der Küche zu stehen, um einen Jahresvorrat an Maultaschen anzulegen, denn das ist eine ziemlich aufwändige Angelegenheit, besonders wenn man auch den Teig selber herstellt, wie wir das früher noch gemacht haben.

Lustigerweise kann ich mich noch genau daran erinnern, wann ich zum ersten Mal Maultaschen gegessen habe: Es war – vor Jahren – in einem Restaurant im Konstanzer Hafen am Bodensee. Ich war für einen Geschäftstermin dorthin gereist und mit einer Arbeitskollegin Mittagessen gegangen und hatte dabei die „Maultaschen auf Tomatensauce“ auf der Speisekarte entdeckt. Da ich noch nie welche gegessen hatte, wollte ich das probieren. Erst später bin ich auf die Geschichte mit den Herrgottsbscheißerle gestoßen und erst vor ein paar Tagen bin ich auf die Idee gekommen, darüber hier in meinem Blog zu schreiben.

Interessant ist, dass wir Anfang Oktober wahrscheinlich ein langes Wochenende in Maulbronn verbringen werden (den Ort haben wir uns nicht ausgesucht, aber dort findet ein Turnier statt, an dem mein Mann teilnehmen möchte) – und wir werden sogar im Kloster wohnen! Ob es da auch im Oktober noch Maultaschen gibt – oder die nur während der Fastenzeit serviert werden?!

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2 Gedanken zu „Herrgottsbscheißerle“

  1. Sehr informativ. Ich kannte bisher nur Margarete Maultasch, aber kein Essen diesen Namens. Dem Muster der Bezeichnung folgend, könnten die Salzburger Mozartkugeln dann auch als Salzkugeln vermarktet werden 😀

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