(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Leider weiß ich gar nicht mehr so genau, wie ich auf den Begriff „Swissness“ gekommen bin. Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich neulich für unser Auto einen Aufkleber bestellt habe, der eine deutsche und eine Schweizer Flagge (geschwungen verbunden) drauf zeigt. Wenn wir im Ausland, zum Beispiel in Österreich, unterwegs sind, finde ich das – noch immer – etwas seltsam, in einem Auto mit deutschen Kennzeichen zu sitzen, da ich ja aus der Schweiz komme, auch wenn ich inzwischen schon über zwanzig Jahre in Süddeutschland lebe.
Mein Mann hat sich über den Begriff „Swissness“ amüsiert und behauptet (woher will er das denn wissen?!), dass es diesen Begriff doch gar nicht gäbe…! Aber das Internet zeigt uns, dass es diesen Begriff sehr wohl gibt, wie die Suchergebnisse zeigen. Es sind über 10 Seiten mit Links, die Google aufführt (hier geht es zum Suchergebnis: google.com/swissness, zuletzt abgerufen am 27. Okt. 2025).
Der Einfachheit halber nehme ich hier die Definition aus Wikipedia (wiki/Swissness, zuletzt abgerufen am 27. Okt. 2025), um nicht Gesetzestexte erklären zu müssen: „Der Begriff Swissness (Marke Schweiz, in der Romandie auch suissitude genannt) ist ein zum Ende der 1990er Jahre in der Schweiz aufgekommener scheinanglizistischer Neologismus. Der Modebegriff postuliert die Dachmarkenstrategie, die Schweiz wirtschaftlich als trendige Marke zu positionieren. Die positiv konnotierten Attribute Fairness, Präzision, Zuverlässigkeit, politische Stabilität, Natürlichkeit und Sauberkeit sollen in einem Begriff zusammengefasst und als typisch schweizerisch insbesondere auch im Ausland vermarktet werden.“
Wie schon erwähnt gibt es eine eigene Gesetzgebung zu „Swissness“. Das Ziel: den Schutz der Bezeichnung „Schweiz“ und des Schweizerkreuzes. Es gibt Lebensmittel mit dieser Bezeichung, aber auch Bankprodukte. Wer die Bezeichnung oder das Schweizerkreuz verwenden darf, ist streng geregelt. Erst letztes Jahr gab es in der Schweiz einen bizarren Rechtsstreit: die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft (kurz: Nati) hatte angeblich auf ihrem Trikot unerlaubterweise das Schweizerkreuz abgebildet… aber sowas auch! Das für diese Frage zuständige Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum (IGE) ist inzwischen dem Team entgegengekommen und erlaubt die Verwendung des Schweizerkreuzes nun bis Ende 2026 (srf.ch/eishockey, zuletzt abgerufen am 27. Okt. 2025). Also wirklich! Da kann doch nicht jeder kommen und einfach das Schweizerkreuz auf sein Trikot malen, oder?! Ich hoffe nur, dass das IGE nicht irgendwann herausfindet, dass wir auf unseren Bogensport-Trikots neben der deutschen und der französischen Flagge auch das Schweizerkreuz drauf haben…! (Wer sich darüber wundert: unser Verein nennt sich Bogensportfreunde Dreiländereck oder kurz BSFD).
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Swissness ist wohl das für die Schweizer, was früher für uns Deutsche mal „Made in Germany“ war. Ich mag die schweizer Präzisionssachen. Mein erster „Thorens“ wurde etwa noch in der Schweiz gefertigt. Das einfache schweizer Taschenmesser wird aus einem der besten Stähle der Welt gefertigt und du kannst es rasiermesserscharf schleifen. Das Mountainbike ist der „Jeep“ der schweizer Armee und hat sich in der ganzen Welt verbreitet. Schweizer Käse, Schokolade wie Toblerone, fruchtige Limo usw. haben einen besseren Geschmack als überall sonst auf der Welt. Von Uhren will ich gar nicht anfangen. Ja, die Schweiz ist ein gutes Land, teuer im Preis, aber auch preis-wert. Mein Opa namens „Hügli“ ist geborener Schweizer, der in einer Seekiste in einem Schiffsbauch aus der Fremdenlegion floh. Den Rest seines Lebens verbrachte er als Alkoholiker, was wohl weniger rühmlich war und meine Mutter war deshalb allergisch gegen jede Form von Alkohol. Meine Oma lies sich früh scheiden. Ich könnt Geschichten erzählen und dazu hat mich heute dein Wort verzaubert. Danke mein Engel ❤
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Hallo mein lieber Prinz! Interessant, was Du schreibst! Das sind ja Geschichten! Vorfahren aus der Schweiz also… dann müsstest Du aber wissen, das man das Schweizer Adjektiv immer GROß schreibt… 😉 also zum Beispiel das Schweizer Sackmesser (wie die Schweizer sagen würden). Ich stelle immer wieder fest, dass die Schweiz von außen betrachtet idealisiert wird, wenn man aber dort lebt – was ich ja zu mehr als der Hälfte meines bisherigen Lebens getan habe – ist auch nicht alles Gold was glänzt… außer natürlich die Goldreserven der Schweizer Nationalbank… 😉 Die Toblerone darf übrigens das Matterhorn nicht mehr auf die Packung drucken, weil die Herstellung nicht mehr ausschließlich in der Schweiz erfolgt, soviel zur Swissness…!
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Schmeckt auch irgendwie anders ohne Matterhorn ..
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Aha, da gibt es also das Schweizer Sackmesser. Wir deutsche Männer rasieren uns noch althergebracht da unten .. 🤣
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