Kuriositäten

(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)

Manchmal lese ich wirklich kuriose Bücher… neulich bin ich im Duden-Newsletter auf das Buch „Kleines Kuriositätenkabinett der deutschen Sprache“ aufmerksam geworden (duden/Kuriositaetenkabinett, zuletzt abgerufen am 27. Okt. 2025) und habe es mir dann eine Weile später bestellt. Beim ersten Durchblättern bin ich schon allerlei lustigen, interessanten und erstaunlichen Besonderheiten der deutschen Sprache begegnet, zum Beispiel den „15 Möglichkeiten, das Wort Konifere (Nadelbaum) falsch zu schreiben“, „Sechs mausetote Wörter“ oder auch „Buchstabengeometrie“. Allein schon die Aufmachung und die Gestaltung sind beachtenswert: die Buchstabengeometrie zum Beispiel wird wörtlich genommen, die längsten deutschen Wörter haben nur im Querformat auf der Seite Platz und verschiedene Grafiken veranschaulichen das entsprechende Thema auf unterhaltsame Art und Weise.

Ich habe beim Lesen einiges gelernt, zum Beispiel über „14 fehlgeschlagene Versuche, Fremdwörter zu verdeutschen…“, was übrigens bereits im 17. Jahrhundert üblich war. So wurde der „Botaniker“ dann doch nicht zum „Krautbeschreiber“, das „Sofa“ nicht zum „Lotterbett“ und die „Natur“ auch nicht zur „Zeugemutter“. Oder ich weiß nun, was ein Eponym ist: Eigenname, der sich als eigenständiger Begriff oder Gattungsbezeichnung etabliert hat. Beispiele: Hier voran der Duden (Konrad Duden), der Diesel (diese Bezeichnung verdanken wir Rudolf Diesel), Otto von Bismarck hat uns den Bismarckhering hinterlassen, die Röntgenstrahlen heißen nach Conrad Wilhelm Röntgen und Franz Sacher können wir für die berühmte Sachertorte danken – lecker!

Dann habe ich mich amüsiert über „30 deutsche Satzpalindrome“ (den Begriff Palindrom erkläre ich im gleichnamigen Beitrag „Palindrom“): Sei fein, nie fies. Lesen Esel? Reit nie tot ein Tier. Eine Blase salbe nie. Die Liebe geht, hege Beileid. Retten Nebel Rentnerleben netter?

Lustig fand ich auch den (kurzen) Abschnitt über den Heavy-Metal-Umlaut: „Der Heavy-Metal-Umlaut ist ein in angelsächsischen Namen willkürlich gesetzter Umlaut, den sich vor allem britische und US-amerikanische Heavy-Metal-Bands wie Motörhead, Blue Öyster Cult, Mötley Crüe als Szenemerkmal zu eigen machten und der daher scherzhaft auch als röck döts bezeichnet wird.

Und ich war sehr erstaunt über „Erfolgreiche deutsche Wortemigranten…“. Wer hätte gedacht, dass die Bretzel (bretzel) Eingang ins Französische gefunden hat, die Bratwurst (bratwurst) ins Englische und der Kitsch (kitsch) ins Italienische und Spanische? Und das ist nur eine kleine Auswahl!

Ob ich jemals „Ich liebe Dich“ in 31 europäische Sprachen sagen möchte, weiß ich noch nicht, aber es ist wirklich spannend, dass es in dem Büchlein nicht nur um die deutsche Sprache geht, sondern auch Vergleiche zwischen verschiedenen Sprachen angestellt werden und noch viel mehr Wissenswertes zu anderen Sprachen enthalten ist.

Ich entdecke immer noch ständig neues und finde das Büchlein mit der etwas grellen Farbgebung wirklich lesenswert, auch wenn mich andere dafür kurios halten…!

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13 Gedanken zu „Kuriositäten“

  1. Da könnte man auch sagen: Das Tempo ist ein Eponym, weil wir alle Papiertaschentücher als ‚Tempo‘ bezeichnen. Wortemigranten: Auch im Englischen sagt man ‚Kindergarten‘. Das Buch ist wirklich interessant. Aber musstest du deine Fußnägel ausgerechnet grün lackieren. Mir hätt ein mattes Schwarz besser gefallen .. 😉😘

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    1. Ich muss hier grad ein bisschen klugscheissern… 😉 das Tempo ist ein Deonym (das schreibe ich auch im gleichnamigen Beitrag).
      Ja, es ist wirklich erstaunlich, welche Sprachen welche deutschen Wörter übernommen haben!
      Meine Zehennägel haben übrigens immer mal eine andere Farbe, mal grün, mal blau, mal regenbogenfarben… aber nie schwarz oder rot 🙂

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      1. Die Geschmäcker sind verschieden. Ich mag schwarz und weinrot, bin ja auch ein Sympathisant der Gothic-Bewegung, aber nicht aktiv am Geschehen beteiligt, schlafe nicht in einem Sarg und besuche nachts keine Friedhöfe (das wäre eine Störung der Totenruhe).

        Deonym. Aha. Vielleicht haben wir das ja wirklich kurz in einem ‚Linguistik‘-Seminar durchgenommen, aber so Worte vergess ich immer ganz schnell und ihre Bedeutung sowieso. Das ist schade, aber nicht zu ändern. Ich bin halt kein Genie und zum Studium hats gerade so gereicht.

        Danke für die Aufklärung und schönen Wochenbeginn dir und Männe ❤

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