(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Sprache“. Hier geht es zum ersten erklärenden Beitrag „Sprache“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)
Manchmal überrascht mich mein Mann: als wir es uns neulich abends auf dem Sofa gemütlich gemacht haben und Musik hören (was sonst?!), kuschelt sich eine unserer beiden Katzen – die (Tiger-)Lilly – dazu. Während mein Mann ihr den Bauch krault, schnurrt sie. Schließlich zeigt mein Mann auf eine Stelle an ihrer Schulter und sagt: „Hier schnurrt es!“ Und dann weiter: „Ah, das ist schallgewordenes Wohlbehagen!“ Bitte?! „Das Wort Wohlbehagen gibt es doch gar nicht!“, wende ich ein. Doch mein Mann protestiert: „Doch, das gibt es, da bin ich mir ganz sicher!“ Da ich mich in unserem Haushalt als die Sprachkompetente(re) betrachte, bin ich nicht überzeugt. Also rasch auf dem Handy duden.de aufrufen und nachschauen (denn ich betrachte für solche Fragen nur den Duden als kompetente Quelle) – und die Überraschung ist perfekt (duden/Wohlbehagen, zuletzt abgerufen am 27. Aug. 2025):
Wohlbehagen
Gebrauch: gehoben
Häufigkeit: 1 (von 5)*
Bedeutung: großes Behagen
*Das Wort ist durchschnittlich seltener als ein Mal in einer Million Wortformen des Dudenkorpus belegt. (duden/haeufigkeit, zuletzt abgerufen am 27. Aug. 2025)
Wie ich aber dann – wenigstens richtig – vermutet habe, wird das Wort nur selten benutzt. Mein Mann nimmt an, dass es früher häufiger benutzt wurde und es in den vielen historischen Romanen, die er schon gelesen hat, deshalb häufiger auftaucht und er es aus diesem Grund auch kennt.
Zum Wort „schallgeworden“ vielleicht nur noch soviel: mein Mann ist Ingenieur… Mir wäre im Zusammenhang mit dem Schnurren einer Katze so ein Wort bestimmt nicht in den Sinn gekommen!
Wie auch immer: der Hausfrieden ist wieder hergestellt (oder vielleicht sollte ich eher schreiben: das Wohlbehagen ist auf das Sofa zurückgekehrt) und ich habe „Das Zeug“ zu einem weiteren – nämlich diesem – Blogbeitrag…!
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Das Wort wurde wohl früher öfters als heute benutzt. Heute ist einfach alles nur „geil“, früher verursachte es „Wohlbehagen“. Zu diesen Zeiten sagte man auch „Händel“, anstatt Streit. Beispiel: „Ihr sucht wohl Händel, D’Artagnan?“ – „Nein Richelieu, Wagner und Mozart ..“.
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Ja, früher war vieles besser (aber nicht alles!)…
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Das hab ich ja nicht behauptet, dass es besser war, es war halt anders, eben zeitgemäß. Jede Zeit hat ihre Schlagworte. Aber ich versteh deinen humoristischen Einwurf. War das nicht der Slogan unserer Großeltern, dass früher ‚alles‘ besser war, trotz Prügelstrafe und schwarzer Pädagogik?
Find ich gut, dass ein Ingenieur historische Romane ließt. Ich dacht immer, die ingenieure, die den Gang der Welt bestimmen, wüssten schon alles 😉
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Schau mal, der Ingenieur hat noch was auf Deinen Kommentar geantwortet, es aber nicht geschafft, dies als „Antwort“ zu schreiben – die können eben auch nicht alles 😉
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Na dazu fällt mir ein Zitat (verkürzte Form) von Sokrates ein: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ (Dachte allerdings das wäre von Einstein)
Historische Romane sind so schön weit weg von unserer Gegenwart und damit gut zum Abschalten von der Hektik und Technik.
Der Ingenieur.
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Was historische Romane betrifft, gibt es ja auch ein paar super Autoren, die das Lesen zum Erlebnis machen. Immerhin bist du bescheiden und freundlich. Da muss ich mein Vorurteil gegen Ingenieure gleich mal revidieren. Du hast aber auch die beste Frau der Welt und ihr Einfluss wird dich gezügelt haben.
Ich wünsch euch beiden schon heute ein wunderschönes Wochenende.
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Vielen lieben Dank für die Blumen 🙂
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