Nie ohne Marmeladenbrot

(Dieser Beitrag gehört zur Serie „Berührende Bücher“. Hier geht es zum erklärenden Beitrag „Noch mehr berührende Bücher“ und zur Übersichtsseite mit allen Beiträgen.)

Schon als Kind habe ich die Geschichten von Paddington geliebt und inzwischen tut es mir sogar richtig leid, all die schönen Bücher, die ich über ihn hatte, irgendwann weggegeben zu haben. Ich hatte sogar eines dieser damals noch eher selten sogenannten Pop-up-Bilderbücher von Paddington, das mir meine Patentante aus London mitgebracht hatte (in einem Pop-up-Bilderbücher gibt es zum Beispiel an der Seite angebrachte Kartonstreifen, mit denen sich eine Figur im Buch bewegen lässt oder sich ein Gegenstand bewegt oder sonstige Effekte). Aber da ich früher mehrfach umgezogen bin, konnte ich nicht immer alles mitnehmen.

Doch seit einiger Zeit finde ich es manchmal total entspannend, ein Bilderbuch anzuschauen oder eine Kindergeschichte zu lesen (mehr dazu auch in den Beiträgen „Noch mehr Lesenswertes“ und  „Bilderbücher“). Und so habe ich mir – was gar nicht so einfach war – neue Ausgaben besorgt. Inzwischen sind alle Geschichten von Paddington in den folgenden zwei Sammelbänden zusammengefasst (früher gab es mehrere Bände): „Geschichten von Paddington“ und „Paddington hilft, wo er kann und andere Geschichten“ von Michael Bond (der Titel des zweiten Sammelbandes ist etwas verwirrend, es sind auch darin nur Geschichten von Paddington enthalten).

Aber vielleicht sollte ich erstmal beschreiben, wer Paddington überhaupt ist. Nachdem es zwar in zwischen (mindestens) einen Kinofilm – der meines Erachtens der Figur des Paddingtons und auch der Familie Brown, die ihn bei sich aufnimmt, überhaupt nicht gerecht wird – kennt vielleicht inzwischen jede(r) die Figur des Bären, der aus dem dunkelsten Peru nach London kommt und dort von Mister Brown am Bahnhof Paddington gefunden wird (deshalb der Name) – mit nichts als einem kleinen verbeulten Koffer und einem Schlapphut, unter dem sich immer ein Marmeladenbrot befindet… im Sturm erobert der kleine Bär die Herzen der Familie Brown, auch wenn er deren bisher beschauliches Leben ordentlich auf den Kopf stellt. Und die Nachbarn sind auch nicht gerade begeistert über den neuen Mitbewohner! Doch bald findet Paddington Freunde, er geht zum Beispiel gerne in die Portobello Road einkaufen und trinkt beim dortigen Antiquitätenhändler Kakao (und verkauft nebenher auch noch das eine oder andere gute Stück…). Er stellt ein Warenhaus auf den Kopf, versucht die Haushälterin zu entlasten, indem er die Wäsche in die Wäscherei bringt, vervollständigt ein Gemälde, das Mister Brown an einem Kunstwettbewerb einreicht (ohne zu wissen, das es verändert wurde) und vieles mehr… Immer dabei: ein Marmeladenbrot unter dem Hut! Denn egal was passiert, so kann er sich wenigstens einfach hinsetzen und erstmal in Ruhe ein Marmeladenbrot essen – und den Kopf über die Menschen schütteln, weil er wieder einmal gar nicht versteht, was er denn jetzt wieder angestellt haben soll und warum alle so aufgeregt sind…!

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