Stille

(Dieser Beitrag ist das 18. Türchen des diesjährigen Blog-Adventskalenders. Auf der Übersichtsseite sind alle Beiträge/Türchen verlinkt.)

Gerade in der Adventszeit ist es für viele schwierig, sich Stille und Ruhe zu gönnen – und gerade in der Adventszeit sind diese zwei Dinge nötiger denn je, denn wenn nicht jetzt, wann dann? Stille entsteht nicht einfach – es ist eine bewusste Entscheidung, still zu werden und eine Weile still zu bleiben.

Ich konnte früher nicht viel mit Stille anfangen, doch nach und nach habe ich den Reichtum darin entdeckt und ich versuche immer wieder, mich selber mit dem Geschenk der Stille zu beschenken. Gerade in Kirchen und Kapellen finde ich oft, aber nicht immer, die gesuchte Stille. Denn wenn ich meine Liste mit den Marienkirchen und Marienkapellen anschaue (sie ist auf der Übersichtsseite der Serien unter der Serie „Mit dem Motorrad zu Maria“ zu finden), so sind die großen und bekannten Wallfahrtskirchen auf der Liste in der Advents- und Weihnachtszeit oft so stark besucht, dass sich die Stille aus dem Staub macht.

Doch zwei stille Orte habe ich auf der Liste entdeckt, um die der Trubel einen (großen) Bogen macht: In der von außen her betrachtet völlig unscheinbaren Heilig-Kreuz-Kapelle (bei Neuenburg am Rhein) gibt es eine ganz besondere, ungemein tröstende Darstellung von Jesus, vor der sich herrlich meditieren und die Stille genießen lässt. Sie berührt mich bei jedem Besuch aufs Neue und ich bin immer wieder erstaunt, wie in einer Kapelle zwei so unterschiedliche Darstelllungen von Jesus vorhanden sein können: der liebliche, kindliche Jesus hinter dem Altar und der Leidende in der Seitenkapelle in den Armen von Maria.

Wenn nicht gerade Gottesdienst oder Gebet ist, lässt es sich auch in der mächtigen Kirche zu St. Nikolaus in Reinach vortrefflich in Stille sein: die dicken Mauern lassen jeglichen (Straßen-)Lärm außen vor und trotz der Größe der Kirche fühle ich mich dort immer sehr behütet und geborgen. Und da sie nicht zu den bekannten und großen Wallfahrtskirchen gehört, bin ich meist ganz allein in diesem Gotteshaus, bei dem mich bei jedem Besuch die großen, bunten Glasfenster und die riesige, ebenfalls als Glasfenster gestaltete Darstellung des Heiligen Geistes beeindrucken.

Manchmal kommt es (in einer der größeren Kirchen) vor, dass die Organistin oder der Organist gerade für den nächsten Gottesdienst übt:  das ist für mich immer ein ganz besonderes Geschenk – in Stille zu sein und umgeben von herrlicher Musik.

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