(Dieser Beitrag ist das 3. Türchen des diesjährigen Blog-Adventskalenders. Auf der Übersichtsseite sind alle Beiträge/Türchen verlinkt.)
Als Kind haben mich die heiligen drei Könige fasziniert: Aus dem Morgenland! Und dann bringen sie so kostbare Geschenke mit! Das war wie im Märchen. (Wahrscheinlich hat es mich doch mehr geprägt als gedacht, dass ich mein erstes Lebensjahr im Libanon verbracht habe. Wer mehr dazu lesen möchte, hier geht es zu den Beiträgen, die ich darüber geschrieben habe: „Ein schwieriger Anfang“ und „Der zerbrochene Lebenstraum“).
Auf jeden Fall habe ich die wunderschön geschnitzten und bunt bemalten Holzfiguren der drei Könige, die zu unserer „Familienkrippe“ gehört haben, immer mit besonderer Ehrfurcht behandelt und ganz vorsichtig aufgestellt. Der eine König, grün gewandet, kniete und hielt eine (Schatz-)Truhe in den Händen. Was mich zu den kostbaren Geschenken bringt: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Dass Gold ein wertvolles Edelmetall ist, dürfte bekannt sein (es soll ja inzwischen sogar eine sinnvolle Geldanlange sein). Und Weihrauch erhält man heute überall, wo es Räucherware gibt – ich habe selbst eine Zeitlang gern mit der Harzmischung, der eine heilende Wirkung nachgesagt wird, geräuchert. Doch was ist Myrrhe? Der Myrrhenbaum oder –strauch ist in Teilen Afrikas und Arabiens heimisch. Er wird mehrfach in der Bibel erwähnt und hat früher als Arzneipflanze gedient. Hildegard von Bingen empfiehlt Myrrhe äußerlich aufgetragen bei Magenschmerzen. Wenn ich die letzten Zeilen nochmal lese, dann scheinen die drei kostbaren und mystischen Geschenke der heiligen drei Könige aus der Bibel heute inzwischen deutlich „weltlicher“ geworden sein… schade eigentlich!
Jetzt möchte ich aber doch noch einen Blick auf einen schönen Brauch werfen, der allerdings erst am Dreikönigstag, also am 6. Januar, gefeiert wird: In verschiedenen Regionen ist es ja nach wie vor üblich, dass am Dreikönigstag die Sternsinger von Haus zu Haus gehen und die Häuser segnen. Dabei schreiben sie mit Kreide C + M + B und die aktuelle Jahreszahl auf die Haustür oder den Türsturz. Ich habe immer geglaubt, die Buchstaben C + M + B würden einfach für die drei Namen der heiligen drei Könige stehen: Caspar, Melchior und Balthasar. Doch das stimmt nicht! Die drei Buchstaben stehen als Abkürzung für „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus). Interessanterweise habe ich irgendwo gelesen, dass die Buchstaben zuerst für die Abkürzung verwendet wurden und erst danach die Namen der drei heiligen Könige passend dazu ausgesucht wurden… ob´s stimmt? Wenn ihr mehr darüber wisst, dann schreibt mir gern einen Kommentar unter diesen Blogbeitrag!
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