Schon als (kleines) Kind wollte ich vor allem eines: möglichst schnell lesen lernen! Während meine älteren Geschwister schon alle (über-)volle Bücherregale in ihren Zimmern stehen hatten und es bei uns im Wohnzimmer eine riesige (ebenfalls sehr volle) Bücherwand gab – auch mit vielen tollen Bilderbüchern mit wenig Text, manche sogar in Englisch, musste ich warten mit Lesen lernen, bis ich in die Schule kam. „Wenn Du schon lesen kannst, wenn Du in die Schule kommst, dann langweilst Du Dich!“ Das war die unverrückbare Devise meiner Mutter. (Ich habe mich dann aber glaub trotzdem gelangweilt in der Schule, aber das steht auf einem anderen Blatt…) Da half auch meine Faszination an allem geschriebenen nichts.
Doch endlich war es soweit: mein erster Schultag. Woran ich mich noch erinnern kann: ich war ganz enttäuscht, weil ich den Eindruck hatte, ich hätte gar nichts gelernt – denn lesen konnte ich ja immer noch nicht!
Irgendwann war es dann aber doch endlich soweit: ich konnte das erste „richtige“ Buch lesen: „Wir Kinder von Bullerbü“ – der erste Band der Trilogie „Die Kinder von Bullerbü“ von Astrid Lindgren. Was war ich stolz, besonders als eine Bekannte meiner Eltern in dieser Zeit einmal zu Besuch war und als sie das Buch auf meinem Nachttischchen gesehen hat, gefragt hat, ob mir das die Eltern vorlesen würden und ich antworte konnte: „Nein, das kann ich doch schon selber lesen!“ Soweit ich mich erinnern kann, war sie ziemlich beeindruckt. (Wer mehr über Kinderbücher lesen möchte, hier geht es zu meinem Beitrag „Bilderbücher“ des Adventskalenders 2022.)
Interessanterweise war der Drang, schreiben zu lernen, nicht so groß oder ich kann mich einfach nicht mehr daran erinnern. Was mir allerdings sehr gut in Erinnerung geblieben ist, dass ich das schreiben lernen extrem langweilig fand. Trotzdem weiß ich, dass auch das Schreiben sehr schnell sehr wichtig wurde in meinem Leben: ich habe schon als Kind für Weihnachten und Geburtstage Gedichte verfasst, Briefe an (zahlreiche) Brieffreundinnen geschrieben und sogar eine kleine Geschichte in Versform erfunden und illustriert und selber als Büchlein gebastelt („Über das Heulen von Eulen“). Meinen ersten richtig langen Aufsatz habe ich in der Primarschule (Grundschule) über das Wiesenschaumkraut geschrieben. Später kam dann das Tagebuch schreiben dazu und je älter ich wurde, natürlich auch anspruchsvollere Schreibarbeiten in der Schule. Im Studium musste ich dann so viel Fachliteratur lesen und Seminararbeiten und Prüfungen schreiben, dass ich das Lesen und Schreiben in der Freizeit fast vollkommen aufgab, weil ich einfach keine Lust mehr dazu hatte.
Dass es nicht selbstverständlich ist, so formulieren und schreiben zu können, ist mir erst später bewusst geworden, als ich plötzlich von verschiedener Seite immer wieder Lob und Anerkennung für meine Texte bekommen habe. Irgendwann habe ich erkannt, dass ich nicht einfach „nur“ gut schreiben kann, sondern dass ich auf diesem Gebiet begabt bin! Und so kam der Wunsch, das Schreiben zu meiner Hauptbeschäftigung zu machen. Dass dies eine Weile gedauert hat, belegen verschiedene Blogbeiträge (zum Beispiel „Befreit“).
Doch jetzt habe ich diese meine Website neu gestaltet: es steht nun nicht mehr der Blog im Vordergrund, sondern meine „Texterei“ (alles über mich als Texterin, was ich schreibe, was andere über meine Texte schreiben und mehr) und auf einer weiteren Seite möchte ich meine (noch zu schreibenden) Bücher präsentieren. Ich freue mich schon sehr darauf!
Neugierig geworden? Dann schaut doch einfach mal rein bei meiner „Texterei“ – ich freue mich auf Euch!
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