Schon vor ein paar Wochen habe ich mir Stichworte für diesen Blogbeitrag notiert, sogar mehrere Arbeitstitel. Doch ein fertiger Beitrag ist es dann doch nicht geworden – bis ich mich vor ein paar Tagen wieder an diese Notizen erinnert und beschlossen habe, den Beitrag doch noch auszuformulieren und zu veröffentlichen. Warum ich doch noch zu diesem Entschluss gekommen bin? Ich habe angefangen, eines meiner Reisetagebücher zu lesen…
Aber der Reihe nach: Vor einer Weile hatte ich nichts mehr zu Lesen. Ob mir wirklich der Lesestoff ausgegangen ist oder ich einfach keine Lust auf die Bücher hatte, die ich zwar da, aber noch nicht gelesen hatte, weiß ich nicht mehr. Eben was in der Buchhandlung holen konnte ich nicht und bei einer Internet-Bestellung dauert es ja ein paar Tage, bis das Paket kommt. Wie ich so im Wohnzimmer umher blicke, was ich denn sonst noch lesen könnte, fällt mein Blick erst auf die vielen Fotoalben im Bücherregal und anschließend auf unsere Vitrine, in der auf einem der Regalbretter die bunte Sammlung meiner Reisetagebücher steht.
Und mir wird plötzlich bewusst, dass ich ja schon ganz viele Bücher geschrieben habe! Da habe ich ständig diese fixe Idee, dass ich unbedingt ein Buch schreiben will und plötzlich stelle ich fest, dass ich ja schon eine ganze Menge Bücher geschrieben habe, vielleicht nicht unbedingt mit den Themen, die ich mir jetzt vorstelle, aber trotzdem…! Ich schreibe nämlich – lustig, dass das nun gerade so eine schöne runde Zahl gibt – seit genau zwanzig Jahren Reisetagebuch. Damals war ich zum ersten Mal auf einer großen Radtour (vier Wochen Bretagne). Seitdem schreibe ich pro Reise oder Urlaub oft ein ganzes Buch voll, manchmal sogar noch mehr. (Und im Alltag schreibe ich ja auch täglich Dankbarkeitstagebuch – was das ist, erkläre ich im Beitrag „Dankbarkeit“ genauer.)
Warum also nicht meine Reisetagebücher lesen? Bisher hatte ich diese nach der Reise meist nur zur Hand genommen, um etwas nachzuschauen (wie hieß der schöne mittelalterliche Ort am Rhein?) oder um mit den Informationen Fotos in meinen Fotoalben zu beschriften. Aber wirklich von vorne bis hinten durchlesen war mir bis jetzt nie in den Sinn gekommen. Warum eigentlich nicht? Denn während ich anfange mit Lesen, wird mir noch etwas bewusst: diese ganzen Tagebücher sind ein wunderbarer Schatz, den sie zeigen mir, was ich schon alles erlebt habe, wo ich schon überall war und das macht mich unendlich dankbar und hilft mir auch, das Fernweh in einer Zeit auszuhalten, in der Reisen grad nicht möglich ist. Eine wahrliche Wiederentdeckung – und das auch noch völlig unerwartet!
P. S. Doch nicht nur die Reisetagebücher lassen mich dankbar zurück schauen und vertreiben mir die Zeit. Auch die zahlreichen Fotoalben, die ich noch ganz wie „früher“ – also Fotos ausdrucken (entwickeln) lassen und dann ins Album einkleben – mit viel Liebe gestalte und meist mit vielen Detailinformationen aus dem entsprechenden Reisetagebuch versehen kann, lassen mich immer wieder dankbar zurück schauen, dankbar dafür, wie reich (an Erinnerungen) ich bin. Und auch sie helfen nun über so manchen Moment des Fernwehs und lassen mich von neuen Abenteuern träumen. Sogar im vergangenen Jahr gab es ohne großen Urlaub fast zwei ganze Alben voll schöner Erinnerungen!
#nicolettasamira #Worte_die_verzaubern
3 Gedanken zu „Eine unerwartete Wiederentdeckung“