Die letzten Wochen und Monate waren so intensiv, dass für vieles einfach keine Zeit blieb. Gemerkt habe ich das – natürlich! – erst hinterher und zwar als ich krank wurde. Da wurde mir bewusst, dass ich rund vier Wochen lang keinen einzigen Blog-Artikel mehr veröffentlicht hatte. Noch länger lag (und liegt) die Arbeit im Atelier brach – allerdings ist es bei diesen sommerlichen Temperaturen auch nicht möglich, mit Acrylfarben zu malen, denn diese trocknen so schnell, dass die Farbe am Pinsel schon getrocknet ist, bevor sie die Leinwand überhaupt erreicht hat. Auch skizziert hatte ich schon lange nicht mehr. Das hat sich inzwischen aber wieder geändert, denn seit knapp drei Wochen mache ich wieder meine tägliche Skizze und das Skizzenbuch hat auch seinen festen Platz im Tankrucksack bekommen. Ich habe immer wieder Phasen, in denen ich mir die tägliche Skizze vornehme und halte das dann auch Wochen und Monate durch, manchmal sogar auch ein ganzes Jahr. Es ist eine schöne Art, Tagebuch zu führen, eine Momentaufnahme, ein eingefangener Augenblick und schärft deshalb den Blick und die Aufmerksamkeit für die kleinen Dinge im Leben. Denn es sind oft ganz unspektakuläre Dinge, die ich zeichne: leere Gläser auf dem Tisch, der Sonnenschirm auf der Terrasse, die schöne Aussicht vom Balkon eines Freundes.
Und jetzt wird mir auch bewusst, warum ich in den letzten Wochen so unausgeglichen war und nicht zur Ruhe kam: ich war so kopfgesteuert unterwegs gewesen, dass mir das Genießen und im Moment leben abhanden gekommen ist. Denn wenn ich kreativ bin, mich beim Schreiben, Malen oder Zeichnen völlig vergessen kann, dann bin ich ganz im Moment – dann kann (und will) ich gar nirgends anders sein! (Dasselbe erlebe ich übrigens auch beim Motorradfahren.) Deshalb finde ich so immer wieder zu mir selbst zurück, kann wieder mehr in mir ruhen und – heilen.
So habe ich also wieder angefangen, wieder mehr und besser für mich selbst zu sorgen und mich nicht vom Alltag, von meinen Aufträgen und von den Anderen zu sehr in Anspruch nehmen zu lassen. Denn wenn es mir gut geht, geht es auch meinem Umfeld gut (besser)! Meine Blog-Leser werden es bemerkt haben, dass ich wieder fleißig am Schreiben bin, das Skizzenbuch füllt sich und ein neues Bild ist nur deshalb noch nicht entstanden, weil ich keine passende Leinwand im Atelier hatte. Aber ich habe mir dafür Zeit genommen, die Schaufenster in meinem Laden „Art for us“ für den Sommer neu zu dekorieren: eines ganz in blau mit Meerbildern, Muscheln, Leuchttürmen, einem Fischernetz und einem blau-weiß gestreiften Rettungsring, das andere in grün mit passendem Schmuck und Bildern, einer alten Holzwaage und ein paar Blumen. Sind richtig schön geworden!
Und wie habe das nun geschafft? Wer „Pures Glück“ gelesen hat, weiß, dass ich nun ganz einfach meine Prioritäten anders setze – oder es wenigstens versuche…
#Worte_die_verzaubern
Hallo Nicoletta,
wir können uns von unserem Working Out Loud Erlebnisworkshop und da haben wir uns ein bisschen kennengelernt. Ich habe diesen Beitrag eben gelesen und bin begeistert. Dein Schreibstyl gefällt mir sehr gut und erreicht mich sofort. Ich finde es gut auf diese Art dein Tagebuch zu führen, viel zu schnell ist das erlebte vergessen. Ich wünsche dir noch viele schöne Momente und die Zeit zum Schreiben und Malen.
Denny
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Lieber Denny, vielen Dank für Deine lieben Worte! Ich freue mich immer sehr, wenn ich mit meinen Beiträgen Menschen berühren kann. Liebe Grüße von Nicoletta Samira (www.worte-die-verzaubern.de)
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